Universität Bonn

Wirtschaft und Gesellschaft in Asien

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Der Studiengang Wirtschaft und Gesellschaft in Asien bietet im WiSe 2023/24 folgende Lehrveranstaltungen an:

Seminar: Industrialisierung in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath

Der asiatische Kontinent stellt hinsichtlich nationaler Industrialisierungsstadien einen höchst heterogenen Raum dar. Neben etablierten Industriestaaten wie Japan, muss die Industrialisierung in vielen zentral- oder süd(ost-)asiatischen Ländern als akuter Prozess interpretiert werden. Einer Heranführung an die Spannungsfelder bei Definition von Wesen oder Verlauf der Industrialisierung folgend, steht die Behandlung der Themenkomplexe Arbeit, Handel und Kapital im Zentrum der Betrachtung. Innerhalb dieser Bereiche werden diverse Parameter als (potentielle) Näherungswerte zur Beurteilung von Entwicklung und Stand der Industrialisierung einzelner Nationen und Räume behandelt wie diskutiert.

Seminar: Soziale Schichtung in Asien

Leitung: Dr. Hans-Dieter Ölschleger, Prof. Dr. Christoph Antweiler

Beim Thema soziale Schichtung geht es um das „oben“ und „unten“ in Gesellschaften und all das dazwischen. Mitglieder einer sozialen Schicht innerhalb einer Gesellschaft haben bestimmte Merkmale (oder eine Kombination davon) gemeinsam (z.B. Beruf, Einkommen, Bildung, Ansehen, Lebensführung). Thema ist die vertikale Platzierung von Individuen oder Gruppen in einer Gesellschaft. Dabei behandeln wir einerseits Begriffe und Konzepte und andererseits die gesellschaftliche Realität. Konkret geht es um Klassen, Schichten, Stände, Milieus, Kasten und Patronage-Beziehungen; um Ränge, Hierarchien und Ungleichheit. 

Wir werden erstens theoretische Ansätze der Sozialwissenschaften zu sozialer Schichtung und sozialer Ungleichheit behandeln. Zweitens werden wir diese Konzepte, die der europäischen Sozialwissenschaft entstammen, auf gesellschaftliche Verhältnisse in Asien anwenden. Drittens werden wir nach kultur-, regional- und lokalspezifischen Konzepten und Praktiken zu sozialer Schichtung fragen. Zur Konkretisierung der Konzepte anhand von Beispielen werden wir auch praktische Übungen in Bonn durchführen.  

Seminar: Logistik und Transport in Asien: Eine Perspektive der Standorttheorie

Leitung: Dr. Philipp Bachtler

In dieser Lehrveranstaltung untersuchen wir die Rolle von Logistik und Transport in der wirtschaftlichen Entwicklung Ostasiens aus der Perspektive der Standorttheorie. Die Studierenden erhalten ein solides Fundament in den Grundlagen der Standorttheorie und wenden dieses Wissen anschließend bei der Analyse spezifischer Kontexte und Ereignisse der ostasiatischen Wirtschaftspolitik an.

Der Kurs beginnt mit einer Einführung in die Standorttheorie, einschließlich der Analyse von Transportkosten, Standortwahl, Agglomerationskräften und regionalen Unterschieden in Produktivität und Technologie. Es werden auch die Rolle von Infrastruktur und Logistik in der räumlichen Verteilung der wirtschaftlichen Aktivität beleuchtet.
 
Anschließend wenden die Studierenden diese Konzepte unter Anleitung in Rahmen von Fallstudien auf die wirtschaftliche Entwicklung Ostasiens nach dem Zweiten Weltkrieg an. Es werden die Rolle von Logistik und Transport in der „Wirtschaftswunder“-Periode Japans, der raschen Industrialisierung der „Vier kleinen Drachen“ (Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur) und der Öffnung und Reform Chinas in den späten 1970er-Jahren untersucht.

Ferner werden auch die Auswirkungen des Endes des Kalten Krieges auf die Logistik und den Transport in Ostasien betrachten, einschließlich der Rolle von Freihandelsabkommen, der Entwicklung von Logistik- und Transportnetzwerken und der zunehmenden Integration der ostasiatischen Volkswirtschaften in die globale Wirtschaft.

Die Studierenden sollen die vermittelten Konzepte und Theorien in ihren eigenen Fallstudien und Forschungsprojekten anwenden, in denen sie die Rolle von Logistik und Transport in einem spezifischen asiatischen Kontext ihrer Wahl untersuchen.

Voraussetzungen: Grundkenntnisse in Mikroökonomie und Makroökonomie sind hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich. Alle Studierenden, die sich für Wirtschaft, Geografie, internationale Beziehungen oder asiatische Studien interessieren, sind willkommen.

Lernziele: Am Ende dieses Kurses werden die Studierenden ein tieferes Verständnis für die Rolle von Logistik und Transport in der wirtschaftlichen Entwicklung haben und in der Lage sein, die Theorien und Konzepte der räumlichen Ökonomie auf spezifische historische und geografische Kontexte anzuwenden.

Seminar: Arbeitsbiographien in Südostasien. Entwicklung aus einer Labour-Perspektive

Leitung: Dr. Michaela Doutch

„Südostasien zählt zu den dynamischsten Regionen der Welt. Vor der Covid19-Pandemie wuchsen die Volkswirtschaften der Region beständig zumeist mit Raten von über 5%. Vieles deutet daraufhin, dass sie daran auch wieder anknüpfen werden können.” Diese Zeilen sind gegenwärtig auf der Webseite des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschlands über die Region Südostasien zu lesen, auf der die „dynamische Entwicklung” um „Urbanisierung” und „Wirtschaftswachstum” im „Herzen des Indo-Pazifiks” hervorgehoben wird. Doch was genau steckt hinter der dynamischen Entwicklung? Welche lokalen Herausforderungen und globalen Probleme sind mit jener Entwicklung verknüpft? In diesem Seminar werden wir uns dem Thema Entwicklung aus einer kritischen Arbeiter:innen- oder vielmehr Labour-Perspektive widmen und uns mit zentralen Diskursen und Debatten der Arbeitsgeographie (Labour Geography) auseinandersetzen. Mithilfe von ausgewählten Fallbeispielen aus Südostasien – etwa den Textilarbeiter:innen in Kambodscha oder den Food-Lieferant:innen in Indonesien – sollen diese Diskurse und Debatten praktisch ergründet werden.

Seminar: Dark Tourism

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland 

Die Tourismusbranche ist eine der umsatzstärksten Wirtschaftszweige der Welt. Dark Tourism gilt in diesem Markt bislang als Nischenprodukt, hat in den letzten Jahren jedoch vermehrt mediale Aufmerksamkeit erlangt, u.a. in den sozialen Medien. Der Begriff bezeichnet Reisen an Orte des Leidens oder des Todes, und eine Beschäftigung mit dem Thema zeigt schnell, wie vielfältig und komplex das Phänomen ist: Besuche von Kriegsschauplätzen und Gedenkstätten gehören ebenso dazu wie Katastrophentourismus oder manche Formen des paranormalen Tourismus. Im Seminar erarbeiten wir zunächst die Grundlagen des Dark Tourism, bevor wir uns mit Fallstudien zu Asien beschäftigen. Hier interessieren uns u.a. die Fragen, welche Orte als Dark Tourism Destinationen gelten, wie sie gestaltet sein können und mit welchen Motiven die Besucher anreisen. Auch soll untersucht werden, welche gesellschaftlichen Funktionen Dark Tourism zukommen und welche politische Bedeutung er im nationalen sowie internationalen Rahmen haben kann.

Seminar: Quellen- und Diskursanalyse: Grundlagen und Potentiale

Leitung: Prof. Dr. Ines Stolpe

In diesem Seminar erarbeiten wir Grundlagen der Diskursanalyse und prüfen die Anwendbarkeit diskursanalytischer Ansätze auf konkrete Themenfelder. Dies sind neben mongoleibezogenen auch relevante fächerübergreifende Diskurse. Hierbei thematisieren wir u.a. Begriffs- und Übersetzungsgeschichte im diachronen Vergleich. Ziel ist eine Sensibilisierung für die Wahrnehmung diskursiver Einflussfaktoren. Erwartet wird eine eigenständige und aktive (!) Auseinandersetzung mit verschiedenen Diskursen, die Bereitschaft zur kritischen Reflexion der Darstellungsweisen von Sinnzusammenhängen sowie die schrittweise Anwendung diskursanalytischer Perspektiven und Methoden.

Seminar: Familie in Asien

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland, Dr. Hans-Dieter Ölschleger

In diesem Seminar geht es darum, sich der Vielfalt asiatischer Familien sowohl in theoretischer als auch in inhaltlicher sowie methodischer Hinsicht zu nähern. Neben der Lektüre theoretischer Texte beschäftigen wir uns u.a. mit Themen wie traditionellen und modernen Familienstrukturen, Rollenmustern, Lebenszyklen, Ehe, Konflikt und Scheidung, Diversität etc.

Seminar: Unternehmen in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath

Lernziel in diesem Seminar ist die Fähigkeit zur Anfertigung einer Unternehmensanalyse. Hierzu werden neben einer Darlegung der bestehenden und sich wandelnden Rahmenbedingungen für Unternehmen in den Ländern Asiens methodische Kenntnisse vermittelt, welche dazu befähigen, in den Referaten und Hausarbeiten ausgewählte asiatische Unternehmen insbesondere bzgl. ihrer Corporate Governance-Strukturen und ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbspositionen einzuordnen. Dabei sollen die Möglichkeiten und Grenzen von Unternehmertum und Management, der Kapital- und Gütermarkt sowie der staatlichen Einflussnahme in den einzelnen asiatischen Volkswirtschaften verdeutlicht werden.

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland

Das WGA-Masterkolloquium ist ein freies Angebot ohne Leistungspunkte, das regelmäßig im Semester und in der vorlesungsfreien Zeit stattfindet. Wenn Sie im 3. oder in einem höheren Semester studieren, sich ein Thema für Ihre Master-Arbeit suchen oder bereits an ihr arbeiten, haben Sie hier u.a. die Möglichkeit, in einer offenen Werkstatt-Atmosphäre Forschungsideen zu diskutieren, Recherchestrategien zu entwickeln, über mögliche Gliederungen zu sprechen oder auch formale Fragen zu erörtern. 

Falls Sie sich für die Veranstaltung oder einzelne Sitzungen davon interessieren, schreiben Sie mir bitte eine Mail an: legeland@uni-bonn.de.

Lehrveranstaltungen im Schwerpunkt Wirtschaft und Gesellschaft in Asien im SoSe 2023:

Seminar: Politik in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath, Dr. Bulgan Erdenechuluun

Angestrebt wird nicht das Verständnis eines jeweiligen Gesamtbildes des politischen Systems der Länder Asiens, sondern die vergleichende Untersuchung einzelner Aspekte staatlicher Verfasstheit und der Mitgestaltung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse von Seiten des Staates und der Gebietskörperschaften in ausgewählten asiatischen Ländern. Die vergleichende Sicht bezieht sich auf die innerasiatische Gegenüberstellung von Verfassungen und Regulierungssystemen sowie von Ausgangssituationen, Konzeptionen, Entscheidungsfindungen, Maßnahmen und deren Wirkungsanalysen in einzelnen Politikfeldern wie den Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland bzw. der Europäischen Union.


Seminar: Identität in Asien

Leitung: Sabine Weber, M.A.

Ähnlich wie das Seminar "Soziale Schichtung in Asien" führt dieses Pflichtseminar in eine sozialwissenschaftliche Sichtweise ein, hier mit Fokus auf das Problem sozialer Identität. Identität ist untrennbar mit Sozialität verknüpft: Ein Ich bildet sich nur im praktischen Umgang mit Anderen und ist daher im Kern sozial konstruiert und strukturiert - zum Beispiel durch die jeweilige soziale Position oder durch Konzepte wie Ethnizität, Nation, Geschlecht, usw. Diese Facetten von Identität werden in einem ersten Schritt auf Basis von sozialwissenschaftlicher Grundlagenliteratur zunächst allgemein untersucht und diskutiert. In einem zweiten Schritt werden diese Aspekte und ihre Beziehungen untereinander anhand konkreter und aktueller Fallbeispiele aus der Region näher beleuchtet.

Seminar: Internationales Management und Unternehmenskooperation in Asien

Leitung: Dr. Bulgan Erdenechuluun

Im Rahmen dieses Seminars werden Theorien und Konzepte zur internationalen Unternehmung behandelt. Es werden sowohl Theorien des internationalen Managements besprochen, als auch die Rolle zentraler unternehmensexterner Rahmenbedingungen thematisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den praktisch-empirischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit im internationalen Geschäft am Beispiel asiatischer Länder (Fokus: nordostasiatische Märkte). Dies beinhaltet Themen wie Organisationsstrukturen und Strategien der internationalen Unternehmung, vor allem aus dem Blickwinkel der Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien für ein international agierendes Unternehmen in Asien. 

Seminar: Geschichte und Erinnerungskultur in Asien

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland

Viele Nationen, ethnische Minderheiten und andere Gruppierungen berufen sich auf eine gemeinsame Geschichte als identitätsstiftendes Element. Die Erinnerung an herausragende historische Persönlichkeiten und Ereignisse wie Kriege oder Revolutionen prägen dabei das Selbstverständnis in ganz besonderem Maße. Wie diese Ereignisse gedeutet und als Geschichtsschreibung konstruiert werden, ist dabei abhängig von der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Situation bzw. von den Intentionen der herrschenden Elite. Historische Konflikte mit anderen Nationen oder Gruppierungen können durch die Art der Geschichtskonstruktion sowie die Erinnerungskultur zu verstetigten Feindbildern, aber auch zu Versöhnung führen. In diesem Seminar geht es darum, Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur in Asien zu untersuchen und ihre Bedeutung für binnenpolitische und internationale Beziehungen zu analysieren. 

Seminar: Theorie und Praxis mongoleibezogener Forschung

Leitung: Prof. Dr. Ines Stolpe

Dieses Seminar vermittelt anhand konkreter Beispiele aus der mongoleibezogenen Forschung eine Einführung in kultur- und sozialwissenschaftliches Arbeiten. Gemeinsam widmen wir uns anhand Ihrer Fragen und Interessen kultursensiblen wissenschaftlichen Arbeitstechniken, die in vielen Fächern und Bereichen anwendbar sind. Wir diskutieren u.s. Herangehensweisen an Themen, die Entwicklung von Forschungszielen und -fragen, die Wahl geeigneter Methoden, Eingrenzung, Erarbeitung von Interview-Leitfäden und Fragebögen, Vergleichbarkeit, Fallstudien, das Darstellen von Meinungen, den Umgang mit Umschriften, Fragen von Übersetzbarkeit, Theorieeinbindung und Herausforderungen der Praxis. Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist eine aktive Beteiligung, sodass Sie mit Ihren selbstgewählten Projekten (inklusive Abschlussarbeiten) vorankommen und hierbei relevante Fragen und Probleme bearbeiten. 

Seminar: Arbeitsmarktpolitik und Alterssicherung - Ökonomische Betrachtung reziproker Politikbereiche in Asien

Leitung: Dr. Alexander Witzke

Das Ende des Erwerbslebens geht zumeist mit dem Rentenbezug einher. Insofern sind im Kontext moderner Industrie- und Wohlfahrtstaaten Arbeitsmarktpolitik und Einkommenssubventionierung durch öffentliche Rentenversicherungsschemen als reziproke Politikfelder aufzufassen. Dabei induzieren demografische Entwicklungen, Technisierung oder Globalisierung einen Wandel von Arbeit, der diese Politikbereiche vor neuartige Herausforderungen stellt. Bei der Identifikation komplexer Differenzen im Rahmen der Gestaltung von Arbeitsmarktpolitik und Alterssicherung sind ebenso unterschiedliche Entwicklungsgrade asiatischer Staaten zu berücksichtigen. Nationalen Gemeinsamkeiten wie Unterschieden dieser politischen Gestaltungssphären gilt daher die Aufmerksamkeit dieses Seminars anhand von Einführungen, Arbeitsgruppen, Referaten und Hausarbeiten.

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland

Das WGA-Masterkolloquium ist ein freies Angebot ohne Leistungspunkte, das regelmäßig im Semester und in der vorlesungsfreien Zeit stattfindet. Wenn Sie im 3. oder in einem höheren Semester studieren, sich ein Thema für Ihre Master-Arbeit suchen oder bereits an ihr arbeiten, haben Sie hier u.a. die Möglichkeit, in einer offenen Werkstatt-Atmosphäre Forschungsideen zu diskutieren, Recherchestrategien zu entwickeln, über mögliche Gliederungen zu sprechen oder auch formale Fragen zu erörtern. 

Falls Sie sich für die Veranstaltung oder einzelne Sitzungen davon interessieren, schreiben Sie mir bitte eine Mail an: legeland@uni-bonn.de.

Lehrveranstaltungen im Schwerpunkt Wirtschaft und Gesellschaft in Asien im WiSe 2022/23:

Seminar: Industrialisierung in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath, Dr. Alexander Witzke

Der asiatische Kontinent stellt hinsichtlich nationaler Industrialisierungsstadien einen höchst heterogenen Raum dar. Neben etablierten Industriestaaten wie Japan, muss die Industrialisierung in vielen zentral- oder süd(ost-)asiatischen Ländern als akuter Prozess interpretiert werden. Einer Heranführung an die Spannungsfelder bei Definition von Wesen oder Verlauf der Industrialisierung folgend, steht die Behandlung der Themenkomplexe Arbeit, Handel und Kapital im Zentrum der Betrachtung. Innerhalb dieser Bereiche werden diverse Parameter als (potentielle) Näherungswerte zur Beurteilung von Entwicklung und Stand der Industrialisierung einzelner Nationen und Räume behandelt wie diskutiert.

Seminar: Soziale Schichtung in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath, Sabine Weber, M.A.

Ein grundlegendes Merkmal aller Gesellschaften ist, dass sie spezifische Strukturen aufweisen, welche die Verhältnisse von Menschen untereinander regeln. Fragen der Sozialstruktur, gesellschaftlichen Ungleichheit und Herrschaft sind somit grundlegend für ein Verständnis auch gegenwärtiger asiatischer Gesellschaften. Und es sind genuin soziologische Probleme. Daher bietet dieses Pflichtseminar sowohl eine Einführung in die Grundlagen soziologischen Denkens anhand der Lektüre von Klassikern (z.B. Durkheim, Weber, Marx), als auch einen Einblick in Fragen sozialer Schichtung und Ungleichheit in Asien auf Basis ausgewählter, aktueller Fallstudien aus verschiedenen Ländern der Region. Hier stellen sich u.a. Fragen wie: Sind Konzepte und Theorien aus dem „Westen“ auf asiatische Gesellschaften übertragbar? Gibt es spezifisch asiatische Formen des Kapitalismus bzw. der Moderne? Was haben uns asiatische Soziolog*innen über ihre Region bzw. über den „Westen“ zu sagen?

Seminar: Demografische Determinanten der volkswirtschaftlichen Entwicklung in Asien

Leitung: Dr. Alexander Witzke

Auch und gerade in Bezug auf asiatische Nationen und Räume setzt der demografische Wandel fundamentale Vorzeichen für wirtschaftliche, politische oder soziale Geschicke im Verlaufe des 21. Jahrhunderts. Das Seminar bietet eine Einführung in Indikatoren zur Beschreibung des Bevölkerungswandels. Determinanten und deren Auswirkungen hinsichtlich von Größe und Altersstruktur von Bevölkerungen werden thematisiert. Auf dieser Grundlage setzt sich die Veranstaltung mit einem breiten Spektrum an Implikationen dieses gesellschaftlichen Phänomens auseinander. Neben politischen oder sozialen Folgeerscheinungen stehen hierbei volkswirtschaftliche bzw. betriebswirtschaftliche Entwicklungen und korrespondierende Anpassungsprozesse im Vordergrund. So repräsentiert etwa das Eingehen auf schrumpfende und alternde Erwerbspersonenpotentiale sowie Adaptionsstrategien auf staatlicher wie betrieblicher Ebene zur übergeordneten Wahrung ökonomischer Prosperität oder sozialstaatlicher Vitalität einen von mehreren Schwerpunkten.

Seminar: Dark Tourism

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland 

Die Tourismusbranche ist eine der umsatzstärksten Wirtschaftszweige der Welt. Dark Tourism gilt in diesem Markt bislang als Nischenprodukt, hat in den letzten Jahren jedoch vermehrt mediale Aufmerksamkeit erlangt, u.a. in den sozialen Medien. Der Begriff bezeichnet Reisen an Orte des Leidens oder des Todes, und eine Beschäftigung mit dem Thema zeigt schnell, wie vielfältig und komplex das Phänomen ist: Besuche von Kriegsschauplätzen und Gedenkstätten gehören ebenso dazu wie Katastrophentourismus oder manche Formen des paranormalen Tourismus. Im Seminar erarbeiten wir zunächst die Grundlagen des Dark Tourism, bevor wir uns mit Fallstudien zu Asien beschäftigen. Hier interessieren uns u.a. die Fragen, welche Orte als Dark Tourism Destinationen gelten, wie sie gestaltet sein können und mit welchen Motiven die Besucher anreisen. Auch soll untersucht werden, welche gesellschaftlichen Funktionen Dark Tourism zukommen und welche politische Bedeutung er im nationalen sowie internationalen Rahmen haben kann.

Seminar: Internationale Beziehungen in Asien

Leitung: Dr. Bulgan Erdenechuluun

In Zeiten sich umformender und neu ordnender globaler Machtkonstellationen stehen im Themenfeld „Internationale Beziehungen“ einzelstaatliche Entwicklungen, Diplomatie, Außen- und Sicherheitspolitik, bilaterale und multilaterale Beziehungen, Entwicklungszusammenarbeit sowie internationale Konflikte im Mittelpunkt. In den Einführungssitzungen dieses Seminars werden die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen der Internationalen Beziehungen in ihrem historischen Kontext und einem besonderen Fokus auf Nordostasien beleuchtet. Anschließend werden die Studierenden hinsichtlich der Theorien der Internationalen Beziehungen wie Realismus, neoliberaler Institutionalismus, Liberalismus und Konstruktivismus geschult. Das Seminar bietet die Möglichkeit, diese theoretischen Perspektiven und Erkenntnisse anhand konkreter Beispiele und Problemstellungen internationaler Politik auf die gegenwärtigen Umbrüche in der Weltpolitik in Bezug auf asiatische Länder anzuwenden und hochaktuelle Fragestellungen zu erarbeiten.  

Seminar: Familie in Asien

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland

In diesem Seminar geht es darum, sich der Vielfalt asiatischer Familien sowohl in theoretischer als auch in inhaltlicher sowie methodischer Hinsicht zu nähern. Neben der Lektüre theoretischer Texte beschäftigen wir uns u.a. mit Themen wie traditionellen und modernen Familienstrukturen, Rollenmustern, Lebenszyklen, Ehe, Konflikt und Scheidung, Diversität etc.

Seminar: Unternehmen in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath

Lernziel in diesem Seminar ist die Fähigkeit zur Anfertigung einer Unternehmensanalyse. Hierzu werden neben einer Darlegung der bestehenden und sich wandelnden Rahmenbedingungen für Unternehmen in den Ländern Asiens methodische Kenntnisse vermittelt, welche dazu befähigen, in den Referaten und Hausarbeiten ausgewählte asiatische Unternehmen insbesondere bzgl. ihrer Corporate Governance-Strukturen und ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbspositionen einzuordnen. Dabei sollen die Möglichkeiten und Grenzen von Unternehmertum und Management, der Kapital- und Gütermarkt sowie der staatlichen Einflussnahme in den einzelnen asiatischen Volkswirtschaften verdeutlicht werden.

Seminar: Quellen- und Diskursanalyse: Grundlagen und Potentiale

Leitung: Prof. Dr. Ines Stolpe

In diesem Seminar erarbeiten wir Grundlagen der Diskursanalyse und prüfen die Anwendbarkeit diskursanalytischer Ansätze auf konkrete Themenfelder. Dies sind neben mongoleibezogenen auch relevante fächerübergreifende Diskurse. Hierbei thematisieren wir u.a. Begriffs- und Übersetzungsgeschichte im diachronen Vergleich. Ziel ist eine Sensibilisierung für die Wahrnehmung diskursiver Einflussfaktoren. Erwartet wird eine eigenständige und aktive (!) Auseinandersetzung mit verschiedenen Diskursen, die Bereitschaft zur kritischen Reflexion der Darstellungsweisen von Sinnzusammenhängen sowie die schrittweise Anwendung diskursanalytischer Perspektiven und Methoden.

Seminar: Interkulturelles Management in Asien

Leitung: Dr. Bulgan Erdenechuluun

Um interkulturelle Differenzen zwischen westlichen und asiatischen Praktiken im Bereich der Managementprozesse (unter Berücksichtigung der Vielfalt der asiatischen Märkte) zu verstehen, ist Einfühlungsvermögen sowie ein umfassendes Verständnis der Handlungs- und Denkweisen der jeweiligen Kulturen vonnöten. In diesem Seminar werden sowohl kulturübergreifende Managementprozesse behandelt als auch kulturspezifische Problemlösungen im Managementbereich am Beispiel der asiatischen Länder (Fokus: nordostasiatische Länder) vermittelt. Theoretischer Ausgangspunkt sind sowohl spezifische Theorien des interkulturellen Managements als auch allgemeinere Ansätze zur Identifikation von „Kulturdimensionen“ im asiatischen Kontext.

Seminar: Mittelschichten in Asien - Wesen und Wirkung

Leitung: Dr. Alexander Witzke

Die Mittelschicht als Konstrukt mit ökonomischer, sozialer und politischer Wirkungsmacht steht erneut im wissenschaftlichen Fokus. So werden der Mittelschicht in etablierten Industrieländern Zerfallsprozesse diagnostiziert, während ein substanzielles Wachstum von „neuen“ Mittelschichten als Konsequenz der globalen Industrialisierung erfolgt. Dieses Seminar setzt sich daher zum Ziel, Wesen und Wirkung der sogenannten Mittelschicht zu untersuchen. Einführungen zu Definitionen und theoretischen Konzepten der Mittelschicht sowie deren Funktionen folgend, stehen jüngere Entwicklungen und hiermit verbundene Implikationen innerhalb wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Dimensionen im Vordergrund. Verwandtschaften wie Differenzen von Wesen und Wirkung der Mittelschichten sollen dabei mit Blick auf den orientalen und asiatischen Raum anhand von Arbeitsgruppen, Diskussionen, Referaten und Hausarbeiten destilliert werden.

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland

Das WGA-Masterkolloquium ist ein freies Angebot ohne Leistungspunkte, das regelmäßig im Semester und in der vorlesungsfreien Zeit stattfindet. Wenn Sie im 3. oder in einem höheren Semester studieren, sich ein Thema für Ihre Master-Arbeit suchen oder bereits an ihr arbeiten, haben Sie hier u.a. die Möglichkeit, in einer offenen Werkstatt-Atmosphäre Forschungsideen zu diskutieren, Recherchestrategien zu entwickeln, über mögliche Gliederungen zu sprechen oder auch formale Fragen zu erörtern. 

Falls Sie sich für die Veranstaltung oder einzelne Sitzungen davon interessieren, schreiben Sie mir bitte eine Mail an: legeland@uni-bonn.de.

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