Universität Bonn

Wirtschaft und Gesellschaft in Asien

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Der Schwerpunkt Wirtschaft und Gesellschaft in Asien bietet im WiSe 2021/22 folgende Lehrveranstaltungen an:

Seminar: Industrialisierung in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath, Bulgan Erdenechuluun, M. A.

Der asiatische Kontinent stellt hinsichtlich nationaler Industrialisierungsstadien einen höchst heterogenen Raum dar. Neben etablierten Industriestaaten wie Japan, muss die Industrialisierung in vielen zentral- oder süd(ost-)asiatischen Ländern als akuter Prozess interpretiert werden. Einer Heranführung an die Spannungsfelder bei Definition von Wesen oder Verlauf der Industrialisierung folgend, steht die Behandlung der Themenkomplexe Arbeit, Handel und Kapital im Zentrum der Betrachtung. Innerhalb dieser Bereiche werden diverse Parameter als (potentielle) Näherungswerte zur Beurteilung von Entwicklung und Stand der Industrialisierung einzelner Nationen und Räume behandelt wie diskutiert.

Seminar: Soziale Schichtung in Asien

Leitung: Dr. Michael Kleinod, Sabine Weber M.A.

Ein grundlegendes Merkmal aller Gesellschaften ist, dass sie spezifische Strukturen aufweisen, welche die Verhältnisse von Menschen untereinander regeln. Fragen der Sozialstruktur, gesellschaftlichen Ungleichheit und Herrschaft sind somit grundlegend für ein Verständnis auch gegenwärtiger asiatischer Gesellschaften. Und es sind genuin soziologische Probleme. Daher bietet dieses Pflichtseminar sowohl eine Einführung in die Grundlagen soziologischen Denkens anhand der Lektüre von Klassikern (z.B. Durkheim, Weber, Marx), als auch einen Einblick in Fragen sozialer Schichtung und Ungleichheit in Asien auf Basis ausgewählter, aktueller Fallstudien aus verschiedenen Ländern der Region. Hier stellen sich u.a. Fragen wie: Sind Konzepte und Theorien aus dem „Westen“ auf asiatische Gesellschaften übertragbar? Gibt es spezifisch asiatische Formen des Kapitalismus bzw. der Moderne? Was haben uns asiatische Soziolog*innen über ihre Region bzw. über den „Westen“ zu sagen?

Seminar: Demographische Determinanten der volkswirtschaftlichen Entwicklung in Asien

Leitung: Dr. Alexander Witzke

Auch und gerade in Bezug auf asiatische Nationen und Räume setzt der demographische Wandel fundamentale Vorzeichen für wirtschaftliche, politische oder soziale Geschicke im Verlaufe des 21. Jahrhunderts. Das Seminar bietet eine Einführung in Indikatoren zur Beschreibung des Bevölkerungswandels. Determinanten und deren Auswirkungen hinsichtlich von Größe und Altersstruktur von Bevölkerungen werden thematisiert. Auf dieser Grundlage setzt sich die Veranstaltung mit einem breiten Spektrum an Implikationen dieses gesellschaftlichen Phänomens auseinander. Neben politischen oder sozialen Folgeerscheinungen stehen hierbei volkswirtschaftliche bzw. betriebswirtschaftliche Entwicklungen und korrespondierende Anpassungsprozesse im Vordergrund. So repräsentiert etwa das Eingehen auf schrumpfende und alternde Erwerbspersonenpotentiale sowie Adaptionsstrategien auf staatlicher wie betrieblicher Ebene zur übergeordneten Wahrung ökonomischer Prosperität oder sozialstaatlicher Vitalität einen von mehreren Schwerpunkten.

Seminar: Städtische Utopien in Asien

Leitung: Dr. Lisanne Riedel

Kennen Sie die smarte Stadt Songdo? Oder Le Corbusiers Planstadt Chandigarh? Erdoğans Megaprojekte für eine „neue Türkei“? Sind diese Beispiele materialisierte Utopien? Sind sie geglückte Visionen von einer besseren Gesellschaft, die sich durch neue Architektur verwirklichen lässt? In unserem Seminar wollen wir den Begriff der Utopie von seiner Entstehung bis zur heutigen Verwendung diskutieren und überlegen, wie er in asiatische Kontexte des Städtebaus passt. Nach einführenden Sitzungen zum Begriff, seiner Ideengeschichte, der Verwendung in der politischen Philosophie und seiner Übertragbarkeit, wollen wir uns anschließend konkreten Fallbeispielen aus asiatischen Städten widmen. Je nach Schwerpunktregion der Teilnehmenden können diese Beispiele nach eigenen Präferenzen der Studierenden ausgewählt werden. Die gewählten Fallbeispiele werden es uns ermöglichen, die eingangs erarbeiteten theoretischen Überlegungen zum Begriff kritisch zu hinterfragen. Sind Utopien überhaupt dafür da, um sie zu verwirklichen?

Seminar: Dark Tourism

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland

Die Tourismusbranche hat sich zu einer der umsatzstärksten Wirtschaftszweige der Welt entwickelt. Ihr Wachstum und stetiger Wandel stehen in enger Beziehung zur wirtschaftlichen Konjunktur, aber auch zur Veränderung sozialer Strukturen in den verschiedenen Regionen der Welt. Auch prägt sie vielfach das Sozialgefüge in Tourismusregionen. Das Thema Tourismus bietet somit eine gute Grundlage, um sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, zwischen „Industrialisierung“ und „sozialer Schichtung“ zu beschäftigen. In diesem Seminar wird zunächst ein grundlegendes Verständnis von „Fremdenverkehr“ in seinen historischen und gegenwärtigen Dimensionen erarbeitet, bevor beispielhaft individuelle Ausprägungen in unterschiedlichen Regionen Asiens genauer beleuchtet und einander gegenüber gestellt werden. Dabei stehen vor allem soziale Aspekte im Fokus, aber auch wirtschaftliche Fragestellungen. Geplant ist eine Konzentration auf den Raum Ostasien, je nach Ausrichtung der Teilnehmer ist aber eine Erweiterung auf andere Regionen Asiens möglich.

Seminar: Ethnologie des mongolischen Kulturraums: Theorie und Empirie

Leitung: Prof. Dr. Ines Stolpe

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit ethnologischen Themen, Theorien, Methoden und Debatten anhand vorwiegend mongoleibezogener Literatur. Interessen der Studierenden werden hierbei berücksichtigt. Ziel ist eine Vertiefung von Kenntnissen kultur- und sozialwissenschaftlichen Arbeitens, u.a. die Erweiterung von Fähigkeiten, ethnologische Texte kritisch zu lesen und in ihren historischen und theoretischen Kontext einzuordnen. Erwartet wird eine eigenständige und aktive (!) Auseinandersetzung mit ethnologischen Fragen, Themen und Darstellungen.

Seminar: Familie in Asien

Leitung: Dr. Hans-Dieter Ölschleger

Seminar: Unternehmen in Asien

Leitung: PD Dr. Günther Distelrath

Lernziel in diesem Seminar ist die Fähigkeit zur Anfertigung einer Unternehmensanalyse. Hierzu werden neben einer Darlegung der bestehenden und sich wandelnden Rahmenbedingungen für Unternehmen in den Ländern Asiens methodische Kenntnisse vermittelt, welche dazu befähigen, in den Referaten und Hausarbeiten ausgewählte asiatische Unternehmen insbesondere bzgl. ihrer Corporate Governance-Strukturen und ihrer nationalen und internationalen Wettbewerbspositionen einzuordnen. Dabei sollen die Möglichkeiten und Grenzen von Unternehmertum und Management, der Kapital- und Gütermarkt sowie der staatlichen Einflussnahme in den einzelnen asiatischen Volkswirtschaften verdeutlicht werden.

Seminar: Mittelschichten in Asien - Wesen und Wirkung

Leitung: Dr. Alexander Witzke

Die Mittelschicht als Konstrukt mit ökonomischer, sozialer und politischer Wirkungsmacht steht erneut im wissenschaftlichen Fokus. So werden der Mittelschicht in etablierten Industrieländern Zerfallsprozesse diagnostiziert, während ein substanzielles Wachstum von „neuen“ Mittelschichten als Konsequenz der globalen Industrialisierung erfolgt. Dieses Seminar setzt sich daher zum Ziel, Wesen und Wirkung der sogenannten Mittelschicht zu untersuchen. Einführungen zu Definitionen und theoretischen Konzepten der Mittelschicht sowie deren Funktionen folgend, stehen jüngere Entwicklungen und hiermit verbundene Implikationen innerhalb wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Dimensionen im Vordergrund. Verwandtschaften wie Differenzen von Wesen und Wirkung der Mittelschichten sollen dabei mit Blick auf den orientalen und asiatischen Raum anhand von Arbeitsgruppen, Diskussionen, Referaten und Hausarbeiten destilliert werden.

Seminar: Qualitative Interviews in und mit fremden Sprachen

Leitung: Dr. Lisanne Riedel

Dieses Seminar richtet sich insbesondere an diejenigen, die im Rahmen ihrer Masterarbeit gerne eine qualitative Interviewforschung machen möchten. Es wird zunächst eine Einführung in die qualitative Sozialforschung und die Durchführung von Interviews gegeben. Wir diskutieren individuelle, forschungspraktische Besonderheiten der bearbeiteten Regionen, so dass jeder Studierende seine eigenen Fragen einbringen kann. Einen besonderen Fokus legen wir auf die Herausforderung, wenn man in und mit fremden Sprachen, also auch in und mit fremden Kulturen, forscht. Dabei betrachten wir "Kultur" nicht essentialistisch, sondern sehen qualitative Forschung als ein besonders sensibles Methodenportfolio, das sich immer schon fremden (Alltags)Kulturen gewidmet hat - ganz gleich ob die um die nächste Ecke liegen oder auf einem anderen Kontinent.

Seminar: Interkulturelles Management in Asien

Leitung: Bulgan Erdenechuluun, M. A.

Um interkulturelle Differenzen zwischen westlichen und asiatischen Praktiken im Bereich der Managementprozesse (unter Berücksichtigung der Vielfalt der asiatischen Märkte) zu verstehen, ist Einfühlungsvermögen sowie ein umfassendes Verständnis der Handlungs- und Denkweisen der jeweiligen Kulturen vonnöten. In diesem Seminar werden sowohl kulturübergreifende Managementprozesse behandelt als auch kulturspezifische Problemlösungen im Managementbereich am Beispiel der asiatischen Länder (Fokus: nordostasiatische Länder) vermittelt. Theoretischer Ausgangspunkt sind sowohl spezifische Theorien des interkulturellen Managements als auch allgemeinere Ansätze zur Identifikation von „Kulturdimensionen“ im asiatischen Kontext.

Seminar: Quellen- und Diskursanalyse: Grundlagen und Potentiale

Leitung: Prof. Dr. Ines Stolpe

In diesem Seminar erarbeiten wir Grundlagen der Diskursanalyse und prüfen die Anwendbarkeit diskursanalytischer Ansätze auf konkrete Themenfelder. Dies sind neben mongoleibezogenen auch relevante fächerübergreifende Diskurse. Hierbei thematisieren wir u.a. Begriffs- und Übersetzungsgeschichte im diachronen Vergleich. Ziel ist eine Sensibilisierung für die Wahrnehmung diskursiver Einflussfaktoren. Erwartet wird eine eigenständige und aktive (!) Auseinandersetzung mit verschiedenen Diskursen, die Bereitschaft zur kritischen Reflexion der Darstellungsweisen von Sinnzusammenhängen sowie die schrittweise Anwendung diskursanalytischer Perspektiven und Methoden.

Leitung: Dr. Marie-Luise Legeland

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