Stellungnahme
Mit großem Interesse haben wir den Archivfund von Vincent Engelhardt im Nachlass von Enno Littmann zur Kenntnis genommen, in dem auf einen bislang unveröffentlichten Brief von Otto Spies vom 19. April 1933 verwiesen wird. Auch wir halten diesen neuen Quellenbeleg, in dem Spies den wenige Monate zuvor erfolgten Machtwechsel in Deutschland unzweifelhaft positiv kommentiert, für so gravierend, dass uns die in diesem Zusammenhang geäußerten „Zweifel an der Angemessenheit einer wissenschaftlichen Ehrung unter seinem Namen“ durchaus berechtigt erscheinen. Vor diesem Hintergrund wird die Abteilung für Islamwissenschaft und Nahostsprachen des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften (IOA) von einer Fortführung der „Otto Spies Memorial Series“ (OSMS) unter diesem Titel bis auf Weiteres absehen und dies zum Anlass intensiverer biographischer Forschungen nehmen, um eine abschließende Einschätzung von Otto Spies’ Haltung zum Nationalsozialismus vornehmen zu können.
Die Reihe wurde in “Ottoman Studies Publication Series” (OSPS) umbenannt.
Prof. Dr. Stephan Conermann, Dekan der Philosophischen Fakultät, Mitherausgeber der OSMS
PD Dr. Gül Sen, Privatdozentin, Abt. für Islamwissenschaft, Mitherausgeberin der OSMS
Prof. Dr. Harald Meyer, Geschäftsführender Direktor des IOA