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"Forum Beruf" – WS 2013/14

 

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08. Januar 2014: "Forum Beruf" - Asienwissenschaften
 

Am Mittwoch, den 08.01.2014, fand zum 1. Mal das "Forum Beruf" für Asienwissenschaftler im Fest- und Senatssaal der Universität Bonn statt. Veranstaltet und organisiert wurde die Veranstaltung vom Alumni-Netzwerk der Universität Bonn und dem Institut für Orient- und Asienwissenschaften (IOA).

Ein Problem für Geisteswissenschaftler, so der Geschäftsführende Direktor des IOA, Prof. Christoph Antweiler, in seiner Begrüßungsrede, stelle sich bekannterweise häufig auf dem Arbeitsmarkt: Oft gibt es keine festen Berufsfelder, weshalb es unter Umständen auch Asienwissenschaftler nach dem Abschluss schwer haben, direkt in einen Beruf einzusteigen. 

Ziel des "Forum Berufs" war es deshalb, die Studenten des Faches Asienwissenschaften über die konkreten Berufsperspektiven bei potenziellen Arbeitgebern und generell in der Arbeitswelt zu informieren. Aus diesem Grund wurden namhafte Institutionen wie der DAAD, die Deutsche Welle und die Max-Weber-Stiftung eingeladen, um ihre Anforderungsprofile und Einstiegsmöglichkeiten vorzustellen. Auch berufserfahrene ehemalige Asienwissenschaftler nahmen teil, um ihren ganz persönlichen Berufsalltag sowie die Herausforderungen und Chancen ihrer Karriere zu präsentieren.

Nach den Vorträgen organisierte das Alumni-Netzwerk einen Getränkeempfang im Festsaal. Dadurch war nach den vielseitigen Vorträgen Raum, um in entspannter Atmosphäre auch persönliche Gespräche direkt mit den Teilnehmern zu führen.

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v. links: Anastasia Vlassakidis, Moritz Hoffmann, Trang-Dai Vu, Prof. Antweiler

 

An dieser Stelle möchten wir kurz die Vorträge der Alumni und der Vertreter der beteiligten Institutionen resümieren:

Alumni:

Der erste Referent, Herr Peter Himmelstein von der Mannstaedt GmbH Troisdorf, schloss 1993 sein Studium als Diplom-Übersetzer mit der Fächerkombination Japanisch, Koreanisch & VWL ab. Nach einigen Jahren in Japan, einer anschließenden Weiterbildung zum Außenhandelskaufmann IHK und ersten Vertriebserfahrungen in der Textilindustrie ist er seit rund 10 Jahren als "Area Sales Manager Asia" für die Mannstaedt GmbH in Troisdorf, einem mittelständischen Stahlunternehmen, tätig. In seinem Vortrag mit dem Titel "Vom Dipl. Übersetzer zum Area Sales Manager Asia - Eintrittsperspektiven und -strategien in deutsche Unternehmen für Absolventen japanorientierter Studiengänge" erläuterte Herr Himmelstein anhand seines eigenen Werdeganges die Schwierigkeiten, aber auch Chancen für Asienwissenschaftler, speziell in deutschen Unternehmen Fuß zu fassen. Zwar besitzen Asienwissenschaftler aus Unternehmenssicht sehr wünschenswerte Kenntnisse und Fähigkeiten, wie z.B. hohe fremdsprachliche und interkulturelle Kompetenz, allerdings wird diese Kompetenz i.d.R. nur als Zusatzqualifikation angesehen. Dagegen fehle Asienwissenschaftlern, wie im Übrigen auch anderen Geisteswissenschaftlern, eine "Hauptqualifikation", möglichst im wirtschaftlichen oder technischen Bereich.

Herr Himmelstein empfahl den Studenten daher, mittels Aufbaustudium oder Crashkurs eine solche "Hauptqualifikation" zu erwerben, die zum angestrebten Berufsziel und zu den eigenen Fähigkeiten passe. Hierbei gelte es, auch weniger bekannte Fortbildungsmöglichkeiten (nicht nur die herkömmlichen "Trampelpfade") zu nutzen. In Anlehnung an diverse Publikationen zum Thema "Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft" sieht er Chancen für solche Studenten, die zwei Fremdsprachen beherrschen, daneben die Länder in ihrer gesellschaftlichen Ausprägung durch längere Aufenthalte kennen, mit der gängigen Office-Software vertraut sind und betriebliche Arbeitstugenden akzeptieren. Die branchen- und betriebsspezifischen Kenntnisse könnten unter diesen Voraussetzungen oft in den ersten Monaten der Berufstätigkeit erworben werden.

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Peter Himmelstein

 

Christian Rengier war der zweite Referent. Er schloss 2012 seinen Master in Regionalwissenschaft Südostasien an der Universität Bonn ab. Seine Studienschwerpunkte waren u.a. Entwicklungstheorien, Soziologie und Indonesisch. Neben seinem Studium haben ihn diverse Tätigkeiten auf seine Karriere vorbereitet. Ein Traineeship hat er bei der indonesisch-sprachigen Tageszeitung "Jawa Pos Network" in Indonesien absolviert. Auch als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft in der Abteilung für Südostasienwissenschaft des IOA hat er jahrelang bei Organisation, Verwaltung und fachlicher Beratung mitgewirkt. Ein weiteres Praktikum, diesmal bei der "Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit" (GIZ), wo er u.a. für die Unterstützung der Abteilung Südostasien/ Pazifik zuständig war, hat ihm letztlich zu seiner derzeitigen Tätigkeit als unabhängiger Consultant verholfen. In seinem freien Vortrag betonte er deshalb, dass die studienbegleitenden Arbeitserfahrungen essentiell für die angestrebte Karriere seien. Herr Rengier profitierte in diesem Zusammenhang selbst von seinen Tätigkeiten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (EZ).

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Christian Rengier

2008 machte der dritte Redner, Herr Robert Schudey, seinen Abschluss in Regionalwissenschaft Japan (Diplom) an der Universität Bonn. Er hat Regionalwissenschaften Japan mit dem Schwerpunkt BWL studiert und ein Austauschjahr an der Universität Kyoto (Japan) absolviert. Seine erste Arbeitsstelle bekam er im Bereich Cash Management der Bank of Tokyo in Düsseldorf. Auch er sprach über wirtschaftsbezogene Tätigkeiten und konnte besonders über die speziellen Anforderungen japanischer Unternehmen sprechen - beispielsweise darüber, dass ein intensives Traineeship zu deren Vorzügen gehört. Das eigene Engagement neben dem Studium sieht er als wichtiges Qualifikationsmerkmal, er selbst hat beispielsweise während des Studiums als SHK im "Internationalen Zentrum Bonn" ausländische Studenten betreut. Als weitere Voraussetzungen, um in ausländischen Unternehmen aufgenommen zu werden, nannte er zudem Auslandsaufenthalte, durch die man kulturelle Eigenheiten verstehen lernt, gute Englischkenntnisse und die aktive, selbständige Kontaktsuche zu potentiellen Arbeitgebern.

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Robert Schudey

 

Teilnehmende Institutionen:

Als weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Wissenschaftlern war auch das Bonner Büro des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) mit Mitarbeiterinnen der Gruppe „Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten“ bei der Veranstaltung vertreten. Bekannt ist der DAAD unter deutschen und ausländischen Studierenden besonders für die zahlreichen Stipendien- und Praktikaprogramme.

Diesmal stellte der DAAD jene Anforderungen an Studenten der Asienwissenschaften dar, die erwartet werden, wenn eine Karriere bei dieser Förderorganisation angestrebt wird. Dabei betonten die Teilnehmer, dass auch hier nicht einschlägige Sprachkenntnisse oder jahrelange Erfahrung mit einem asiatischen Land der Garant für eine Aufnahme seien, sondern vor allem die Beherrschung der "Institutionssprache" Englisch sowie die Bereitschaft, sich auch interdisziplinär und länderübergreifend zu engagieren. Erfahrungsgemäß haben viele der bereits beim DAAD beschäftigten Mitarbeiter selbst einmal als Praktikanten begonnen. Das Absolvieren von Praktika wurde auch den Zuhörern empfohlen, um mit der Arbeitsweise favorisierter Institutionen vertraut zu werden.

Frau Schifferdecker vertrat die Max Weber Stiftung in Bonn, die Forschung in Fachrichtungen wie den Geistes-, Wirtschafts-, Sozial- oder auch Kulturwissenschaften in ausgewählten Ländern fördert. Die Max Weber Stiftung (ehemals "Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland") mit ihren zehn Instituten u.a. im europäischen und asiatischen Ausland ist am IOA bereits bekannt. Im Rahmen von Praktika haben Asienwissenschaftler in der Vergangenheit schon positive Erfahrungen beispielswiese am Orient-Institut Beirut (Libanon) oder am Deutschen Institut für Japanstudien (Japan) sammeln können. Weitere Anlaufstellen für Studenten des IOA sind das Orient-Institut Istanbul sowie die Forschungsgruppen in Neu-Delhi und Kairo.

Die Max Weber Stiftung ist ein spannender zukünftiger Arbeitgeber für diejenigen Studenten, die sich für eine akademische Karriere interessieren. Frau Schifferdecker betonte, dass eine Tätigkeit bei der Max Weber Stiftung und ihren Instituten eine wichtige Qualifikation für eine weitere wissenschaftliche Karriere sowohl im Ausland als auch an deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bedeutet.

Der Redaktionsleiter Süd-Ost-Asien/Asien Magazine der Deutschen Welle (DW), Herr Lucas, nahm als Vertreter der „medialen Stimme“ Deutschlands teil. Die DW nimmt eine Rolle als Kulturvermittlerin wahr und vermittelt Themen wie Wirtschaft, Kultur, internationale Zusammenarbeit und Politik über eigene Fernsehkanäle, Rundfunk und das Internet. Zudem bietet sie Studien, interkulturelle Trainings, Volontariate und Praktika im journalistischen Bereich sowie im Kommunikationssektor an. 

Herr Lucas konzentrierte sich in seinem Vortrag vor allem auf die DOs & DON'Ts bei der Bewerbung, da er angesichts der knappen Arbeitsstellen die Vermeidung von Fehlern während des Bewerbungsprozesses für notwendig hält. Seiner Meinung nach ist die ordentliche und saubere Abgabe der Bewerbungsunterlagen ein absolutes Muss. Das betrifft sowohl die richtige Wahl des Bildes als auch einwandfreie Rechtschreibung und inhaltliche Prägnanz. Bewerber sollten sich außerdem bei der Erstellung ihrer Bewerbung Zeit lassen, um sich vorab ausreichend mit der Struktur und Arbeit der Institution zu befassen. Das bekundete Interesse an einer Zusammenarbeit sollte dadurch auch in der Bewerbung deutlich werden – andernfalls kann dies bereits hier zum Ausschluss führen. Von Bewerbern wird verlangt, dass sie sich als potenzielle Mitarbeiter mit der Arbeit der Institution identifizieren können. Auch sollten sich die Bewerber über ihre eigenen Stärken und Schwächen bewusst sein. Bei der Wahl einer neben dem Studium ausgeübten Tätigkeiten sollte ein "roter Faden" erkennbar werden, sprich: Idealerweise sollte ein inhaltlicher Bezug zum angestrebten Beruf deutlich sein, was im Lebenslauf entsprechend hervorgehoben werden solle. Selbstbewusstsein und Authentizität sind für Herr Lucas die Schlagwörter für eine erfolgreiche Bewerbung.

(Text: Anastasia Vlassakidis)

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