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M.A. Asienwissenschaften: Schwerpunkt Südostasienwissenschaft

Der Studiengang M.A. Schwerpunkt: Südostasienwissenschaft soll Studierenden, die über die dynamische Region Südostasien wissenschaftlich arbeiten wollen und/oder später beruflich in dieser Region wirken wollen, eine vertiefte sozialwissenschaftliche und regionalwissenschaftliche Grundlagenkompetenz inklusive einer Kompetenz in einer großen Sprache der Region vermitteln. Aufbauend auf den im Bachelor vermittelten Grundkenntnissen werden im Master theoretische Grundlagen der Soziologie und der Ethnologie sowie deren spezielle Ansätze für die Region vermittelt. Dazu werden dann theoretische Debatten der Globalisierung, der Entwicklungspolitik, gesellschaftlicher Naturverhältnisse sowie empirische Forschungsmethoden vermittelt. Auf Masterniveau werden die Studierenden in die Lage versetzt, diese Theorien auf die Region oder ausgewählte Länder anzuwenden.

Qualifikationsziel des Studiengangs ist eine Ausbildung der intellektuellen Potentiale und kritisch-reflexiver praktischer Fähigkeiten. Die Studierenden sollen sich wissenschaftliche Fachkenntnisse auf dem aktuellen internationalen Niveau aneignen und in den Stand versetzt werden, das erworbene Wissen in der Praxis eigenverantwortlich anzuwenden, differenziert zu beurteilen und kreativ weiterzuentwickeln. Im Unterschied zum B.A.-Studiengang eröffnet der M.A.-Studiengang die Möglichkeit einer individuellen und auch nach außen dokumentierten erfolgreichen Schwerpunktbildung und Spezialisierung, die unter Umständen in einem anschließenden Postgraduierten- oder Promotionsstudium fortgesetzt werden. Neben der zeitlich komprimierten und inhaltlich intensivierten Vermittlung von speziellen Fachkenntnissen steht die gezielte Förderung von selbstständigem und analytischem Denken. Ferner sollen die Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit lanciert und die Fähigkeit zur Strukturierung komplexer Problemfelder ausgebaut werden. Die Studierenden sollen lernen, bei wissenschaftlichen Problemen eigenständig konkrete Lösungen zu erarbeiten, und sie sollen in die Lage versetzt werden, Forschungsprojekte konstruktiv und eigenverantwortlich zu organisieren.

Zentrale Studieninhalte sind:

  • Erwerb eines breiten und integrierten Wissens und Verstehens der Soziologie und der Ethnologie in ihrer Anwendung auf die Region
  • Vertiefte Kenntnisse einer südostasiatischen Sprache oder Grundkenntnisse einer zweiten südostasiatischen Sprache (Indonesisch oder Vietnamesisch)
  • Erwerb der wichtigsten ethnologischen und soziologischen Theorien der Globalisierung
  • Diskursives Erlernen von fachspezifischen Inhalten
  • Selbstständige und fachbezogene Formulierung von Problemlösungen und argumentative Darlegung der eigenen Position
  • Methoden der empirischen Sozialforschung
  • Vertieftes Verständnis der wichtigsten gesellschaftspolitischen Entwicklungen der Region
  • Kommunikationsfähigkeit in interkulturell ausgerichtetem Kontext
  • Vertiefung fachspezifischer Recherchemethoden
  • Überblick über aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskussionen der Entwicklungszusammenarbeit
  • Befähigung. Informationen, Ideen und Lösungen mit Laien und Fachvertretern auszutauschen
  • Vertiefte Analyse ausgewählter Länder Südostasiens

Darstellung und Begründung des forschungs- oder anwendungsorientierten Profils
Das Profil besteht in einer vertieften empirisch und gegenwartsbezogen orientierten Befassung mit der Region Südostasien auf der Basis von sozial- und kulturtheoretischen Ansätzen. Dafür werden regionalwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Kenntnisse vermittelt. Das im Masterstudiengang eher forschungsorientierte Profil wird auch durch die Möglichkeit von empirischen Masterarbeiten und/oder die Einbettung von Abschlussarbeiten in die Forschungsschwerpunkte der Abteilung unterstützt.

Lernziele und Curriculare Bereiche (Konzept der Studiengangsstruktur)
Der Master-Schwerpunkt Südostasienwissenschaft setzt sich aus fünf inhaltlichen Pflichtmodulen, drei weiterführenden Sprachmodulen sowie einem weiteren Wahlpflichtmodul zusammen. Das Pflichtmodul im ersten Semester führt in die wichtigsten Theorien der Soziologie ein, um diese auf die Region Südostasien anzuwenden. Im zweiten Semester wird in ethnologische Theorie und Praxis eingeführt und im zweiten Modul vertieft das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Natur in Südostasien diskutiert. Diese drei Module bilden die Grundlage, um im dritten Semester Globalisierungstheorien und Debatten der Entwicklungspolitik im südostasiatischen Kontext zu bearbeiten. Im vierten Semester werden aktuelle Themen der Südostasienwissenschaft behandelt, die im Bereich aktueller Forschungen und Entwicklungen angesiedelt sind. So soll dem forschungsorientierten Ansatz im Master Rechnung getragen werden und es sollen auf höherem Niveau die relevanten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten verarbeitet werden. Sprachlich kann entweder eine Sprache vertieft werden oder durch die Wahl einer zweiten Sprache die regionale Sprachkompetenz erweitert werden.

Pflichtmodule

  • „Ethnologie Südostasiens“
    Das Modul führt die Grundbegriffe Kultur, Ethnie, Ethnizität und grundlegende Theorien der Ethnologie ein. Studierende können diese auf lokale Fallbeispiele sowie regionale Themen anwenden. Themen, Perspektiven, Hilfsmittel und Methoden des Fachs Ethnologie werden eingeführt. Anhand der ethnisch diversen und von ethnischer Politik geprägten Region (historisch wie auch zeitgenössisch) werden die Studierenden dazu ermuntert, ethnologisch zu denken, kulturrelativistisch zu argumentieren, die Relevanz verschiedener Ansätze mit der Empirie zu überprüfen und sich in den kontroversen Debatten aktueller Forschung zu positionieren. Es werden auch Querverbindungen zum Fach Soziologie hergestellt.

  • „Soziologie Südostasiens“
    Das Modul führt die Grundbegriffe Sozialität, Gruppe, soziale Beziehung, Sozialstruktur, Netzwerk, Modernisierung und grundlegende Theorien der Soziologie ein. Parallel lernen die Studierenden, die theoretischen Ansätze auf Gegenstände Südostasiens anzuwenden. Die sich sozial und ökonomisch schnell verändernde Region wird mit Themen, Perspektiven, Hilfsmitteln und Methoden der Soziologie untersucht. Zudem werden Klassiker der südostasiatischen Soziologie gelesen und diskutiert. Es werden auch Querverbindungen zum Fach Ethnologie hergestellt.

  • „Südostasien: Entwicklung in einer globalisierten Welt“
    Das Modul vermittelt Kenntnisse wichtiger Prozesse von und Theorien über Globalisierung und die besondere Stellung Südostasiens im Weltsystem. Hinzu kommen Kenntnisse wichtiger Entwicklungstheorien und ihrer kritischen Anwendung auf Südostasien sowie Kenntnisse spezieller Theorien, die zur Erklärung von Entwicklungen in Südostasien entwickelt wurden. Die Studierenden lernen, globale Beziehungen und die Stellung Südostasiens darin zu analysieren. Es wird Wert auf die Analyse von zeitgenössischen gesellschaftlichen Veränderungen und Fallbeispielen und der Diskussion verschiedener Modernen in der Interaktion mit dem Rest der Welt gelegt.

  • „Gesellschaft und Natur in Südostasien“
    Das Modul führt in Theorien über Gesellschaft-Natur-Verhältnisse ein (Politische Ökologie, Gesellschaftliche Naturverhältnisse, World Ecology u.a.), die dann auf ökologische und gesellschaftliche Entwicklungen in Südostasien angewendet und überprüft werden. Es geht um grundlegende und historisch gewachsene Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und Umwelt, die für das Verständnis der Region Südostasien bedeutsam sind. Die Studierenden erarbeiten sich Kenntnisse der politischen Strukturen und der politischen Systeme in Südostasien, Nation-Building und Multiethnizität, Landwirtschaft, tertiärer Sektor, politische Ökologie, Industrialisierung, Ressourcen und Ressourcenkonflikte und der Rolle der Zivilgesellschaft und sozialer Bewegungen.

  • „Aktuelle Themen der Südostasienwissenschaft“
    Die Studierenden lernen neue Tendenzen, Themen und Problematiken der Südostasienwissenschaft kennen und diese zu bewerten. Sie sollen eigene Themen systematisieren lernen, spezielle Recherchetechniken, Einüben von Methoden und Verfahrensbewusstheit erlernen. Schlüsselkompetenzen sind Sensibilität für neue Themen und Tendenzen; Themenentwicklung, methodisches Denken und interkulturelles Vergleichen. Kenntnisse zu aktuellen Themen wie z.B. Modernisierung, neue Formen des Tourismus, Kinderarbeit, Arbeitsmigration und Flucht, Urbanisierung, Biodiversität sowie das Erlernen der Grundlagen von Feldforschung und Kulturvergleich, Methoden der Regionalisierung und Methoden der qualitativen Sozialforschung werden vermittelt.

Wahlpflicht
Neben den Importmodulen „Politik und Identität in Asien“; „Familie und Unternehmen in Asien“; und „Industrialisierung und soziale Schichtung in Asien“ bietet die Abteilung folgende Wahlpflichtmodule an:

  • „Aktuelle Forschungen I+II“
    In diesen beiden Modulen werden aktuelle Forschungsschwerpunkte der Abteilung aufgegriffen und mit den Studierenden vertieft. Die Bandbreite reicht von kulturpolitischen Themen (Film und Filmindustrie; Musik, Medienlandschaft) über ethnologische (Stadtethnologie, Universalien), historische (Vietnamkrieg, Indonesien 1965) und wirtschaftspolitische (Asienkrise, Freihandelsabkommen) Themen hin zu Länderschwerpunkten (Demokratisierung in Myanmar, Militärdiktatur in Thailand, Populismus in den Philippinen). Die Studierenden sollen in diesen Modulen eigene Projekte und Themenschwerpunkte entwickeln und ggfs. mit eigener empirischer Forschung verbinden.

Gewichtung der Curricularen Bereiche (Modulgrößen)
Drei Pflichtmodule vertiefen theoretische Grundkenntnisse der Ethnologie, Soziologie und Globalisierungs- und Entwicklungstheorien und wenden diese auf die Region an. Zwei Module bieten Schwerpunktsetzungen, in denen die Studierenden eigene Projekte und Profile erarbeiten können (50 LP). Drei vertiefende Sprachmodule können entweder eine vorhandene Sprache (Vietnamesisch oder Indonesisch) weiterentwickeln oder eine zweite als Erweiterung dazu nehmen (30 LP). Ein Modul wird als sinnvolle Ergänzung aus dem Wahlpflichtbereich der Asienwissenschaften („Politik und Identität in Asien“; „Familie und Unternehmen in Asien“; „Industrialisierung und soziale Schichtung in Asien“; „Methoden“) gewählt (10 LP).

Einen Muster-Studienverlaufsplan finden Sie unter diesem Link.

Das Modulhandbuch zum Studiengang finden Sie unter diesem Link.

Didaktisches Konzept (Veranstaltungsformate und Lehrmethoden)
Veranstaltungsformate sind Vorlesungen, Seminare und Praktika. Die Lehrmethoden umfassen Dozenten-Vortrag und vor allem geleitete bzw. moderierte Diskussion. In diesem Studiengang wird intensive Arbeit mit Texten mit eigenen mündlichen und schriftlichen Ausarbeitungen kombiniert. Die Textarbeit wird mittels strukturierter Wiedergabe, thesenhafter Zuspitzung und kritischer Analyse in Form von Gesprächen und Gruppendiskussionen durchgeführt. Die Darstellung der Inhalte wird bewusst anhand verschiedener Darstellungsformen eingeübt. Das sind rein mündliche Präsentation, Präsentation mit Präsentationssoftware, Darstellung mittels Postern. Für die Seminare wird eine Vielzahl von Unterrichtsmethoden verwendet (z.B. Kugellager, strukturierte Kontroverse, Expertengruppen). Die M.A.-Studierenden werden dabei unterstützt, selbständig eigene Projekte und größere Fragestellungen zu bearbeiten und diese auch theoretisch zu durchdringen.

Überprüfung des Kompetenzerwerbs (Modulabschlussprüfungen)
Die beiden ersten Pflichtmodule, die breit angelegte Kenntnisse vermitteln, und die Sprachmodule, werden in Form einer Klausur geprüft. Die anderen Module, die auf die eigene Erarbeitung von Projekten und Schwerpunkten abzielen, werden mit Hausarbeiten geprüft. Benotet werden hierbei ein vorher abgegebener Entwurf der Hausarbeit, die Hausarbeit selbst sowie Forschungsaufgaben.

Angaben zu Berufsfeldern der Absolventen
Mit dem Schwerpunkt Südostasien eröffnen sich für Sie viele berufliche Perspektiven. Südostasien ist eine Region im wirtschaftlichen Aufschwung und dementsprechend sind viele deutsche Unternehmen dort tätig. Gesellschaftliches und kulturelles Hintergrundwissen und sprachliche Kenntnisse sind gefragt. So arbeiteten Absolventen unserer Abteilung bei Unternehmen wie der Deutschen Bank oder bei DHL. Inhaltlich entwickeln sie z.B. nachhaltige Kriterien für Kaffeeunternehmen. Sie können aber auch in gesellschaftskritischen Kontexten und für Nichtregierungsorganisationen arbeiten (so sind Umweltthemen oder soziale Fragen mit Südostasienbezug in Deutschland gefragt). Beispielsweise waren Alumni unserer Abteilung für das Asienhaus tätig. Ein anderes, wichtiges Berufsfeld ist die Entwicklungszusammenarbeit. Südostasienabsolventen arbeiten für Organisationen wie die GIZ oder für politische Stiftungen wie die Friedrich-Ebert-Stiftung. Andere Berufsfelder sind Tourismus, Medien und Weiterbildung.

Bewerbungen zum Studiengang sind zum Wintersemester möglich. Nähere Informationen, z.B. dazu, ob er derzeit zulassungsbeschränkt ist, entnehmen Sie bitte der folgenden Seite. Gerne beraten wir Sie auch persönlich in unserer Fachstudienberatung:

Ansprechpartner: Dr. Oliver Pye
Universität Bonn
Institut für Orient- und Asienwissenschaften
Abteilung für Südostasienwissenschaften
Nassestraße 2 (3. Etage)
53113 Bonn
Tel.: +49 228 73-9735
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