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1. Über uns

Die Abteilung für Sinologie ist eine von insgesamt acht Abteilungen des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften. Die Mitarbeiter der Abteilung beschäftigen sich in Forschung und Lehre mit Themen der Geschichte und Zeitgeschichte Chinas, insbesondere seiner Sozial-, Wirtschafts- und Geistesgeschichte sowie der Geschichte seiner Außenbeziehungen bis in die Gegenwart. Einen zweiten Schwerpunkt bildet die chinesische Literatur, insbesondere die moderne und zeitgenössische Literatur.
 

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Besonderer Wert wird auf eine solide grundständige Sprachausbildung im modernen und vormodernen Chinesisch gelegt. Durch eine vom Hanban geförderte Professur und ein vom Hanban gefördertes Lektorat ist ein besonders gutes Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden gewährleistet.
 
Sprachen und Geschichte Chinas einschließlich des Mandschurischen können in Bonn im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Asienwissenschaften als Schwerpunkt (Profil Sinologie) gewählt werden. Im Master-Studiengang Asienwissenschaften des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften bietet die Abteilung für Sinologie die Schwerpunkte Sinologie sowie Chinesische Sprache und Translation an. Außerdem besteht im Master die Möglichkeit zur Teilnahme am Doppelabschlussprogramm Chinesische Sprache und Translation der Universität Bonn und der Beijing Foreign Studies University (BFSU). Das Programm sieht einen einjährigen Auslandsaufenthalt an der BFSU im 2. und 3. Semester vor, der durch ein DAAD-Vollstipendium gefördert wird. 
 
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Promotion im Fach Sinologie an der Bonn International Graduate School - Oriental and Asian Studies.  

2. Standorte

Die Räumlichkeiten der Abteilung verteilen sich auf zwei Standorte: einmal den primär kultur- und geschichtswissenschaftlich ausgerichteten Bereich im ersten Stock der Brühler Straße 7 und zweitens den sprachdidaktisch orientierten Bereich im ersten Stock der Nassestraße 2. An beiden Standorten befinden sich Teile der Bibliothek, wobei sich der Inhalt der Bestände an den lokalen Schwerpunkten orientiert. Strukturell gesehen verteilen sich die Büros des Lehrpersonals ebenso gemäß ihrer Aufgaben- und Forschungsbereiche, doch findet sich das Sekretariat der Abteilung in der Brühler Straße. Als Leiter der Abteilung ist Professor Kauz an beiden Standorten anzutreffen, wohingegen das Büro von Frau Cui als Leiter der Sprachabteilung in der Nassestraße verortet ist.

2.1 Sprachbereich Abteilung für Sinologie

Der Arbeitsbereich Chinesisch gilt als ein Teil der Abteilung für Sinologie an der Universität Bonn und hat ihren Sitz in der Nassestr. 2, 1. Stockwerk. 
 
Lehrpersonal
Im SS 2019 arbeiten im Chinesischbereich die Studienrätin Frau Dr. Cui Peiling, die gleichzeitig auch die Leiterin des Arbeitsbereiches ist, und noch drei Lektoren Herr Niklas Dornes, Frau Sun Xueke (50%) und Herr Li Dong (50%). Außerdem wird durch die Unterstützung der Hanban-Gastprofessorin Frau Dr. Li Wen, der Hanban-Lektorin Frau Che Xiaoxi sowie von Frau Liu Xiaoqing, die eine halbe Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im IOA hat, ein gutes Betreuungsverhältnis zwischen den Studierenden und den Lehrkräften erzielt. 
 

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Sprachausbildung
Der Chinesischbereich befasst sich in erster Linie mit der Sprachausbildung des modernen Chinesischen im Rahmen der Studiengänge BA „Asienwissenschaften“ und MA „Asienwissenschaften, Schwerpunkt: Chinesische Sprache und Translation.“ Für die Basismodule I-III und das Vertiefungsmodul I werden vor allem die vier Bände des Lehrbuchs Das Neue Praktische Chinesisch 《新实用汉语课本》und die vier Bände von New Target Chinese Spoken Language 《新目标汉语口语课本》verwendet. In den Vertiefungsmodulen II-III und den Master-Modulen Aufbau Chinesisch I-III werden allgemeinsprachliche und wissenschaftliche Texte zu Themen der Literatur, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aus den chinesischen Medien und fachspezifischen Publikationen verwendet. Auch Übersetzung Chinesisch-Deutsch wird im Rahmen der Sprachmodule als eigenständige Veranstaltung angeboten. Alle Sprachmodule schließen jeweils mit einer Klausur am Semesterende ab. 
In der Abteilung für Sinologie können die Chinesischkompetenzen noch durch zusätzliche Veranstaltungen, wie etwa Vorbereitungskurse auf die HSK-Prüfungen, Einführung in die chinesische Zeichenkunde, sowie Tutorien zu den Sprachmodulen im Bachelorstudium verbessert werden.
 
Räumlichkeiten und Bibliothek
In der Nassestraße 2 befinden sich vor allem die Dozentenbüros 1.001, 1.007 - 1.010 und dazu noch die beiden Unterrichtsräume 1.005 und 1.006. Auche eine Teilbibliothek der Abteilung für Sinologie hat ihren Sitz in der Nassestraße und beschäftigt vor allem mit der chinesisch-sprachigen Literatur. In der Bibliothek arbeiten im SS 2019 die studentischen Hilfskräfte Herr Christian Kühne, Frau Li Bozhao und Frau Qiu Jiamin. Der Kontakt und die Öffnungszeiten finden Sie auf der Seite Bibliothek
 

 

3. Geschichte der Abteilung für Sinologie

Die Geschichte einer institutionalisierten Beschäftigung mit China an der Universität Bonn beginnt im Jahr 1927. Im Zuge der Einrichtung einer Sinologischen Abteilung wurden damals am 29. Januar 1927 der erste Lektor für Chinesisch, Herr Li Fong Hok (geb. 1900 in Kanton), und am 26. November 1927 als Leiter PD Dr. Erich Schmitt (1893–1955) eingestellt. Dabei hatte es bereits im 19. Jahrhundert einzelne Vorstöße Bonner Wissenschaftler in den Bereich der sinologischen Forschung gegeben, auch wenn diese zumeist aus dem Kontext anderer Fachbereiche heraus erfolgten. Das wohl prominenteste Beispiel dafür bietet der Geograph Ferdinand Freiherr von Richthofen (1833–1905), der den Begriff der Seidenstraße prägen sollte und diesem Bereich bereits im Wintersemester 1879/80 eine entsprechende Lehrveranstaltung („Geschichte der centralasiatischen Handelsstraßen“) widmete. In einem solchen Kontext sind auch die Bemühungen des Orientalisten Martin Haug (1827–1876) zu sehen, dessen persönliches Interesse an der klassischen chinesischen Schriftsprache im akademischen Jahr 1855/56 zu den ersten einschlägigen Lehrveranstaltungen („Anfangsgründe des Chinesischen,“ „Erklärung chinesischer Schriften alten Stils“) in der Bonner Orientalistik führte.
 

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Dies änderte sich, als der Orientalist Paul Kahle (1875–1964) 1923 das Ordinariat für Orientalische Philologie übernahm und das 1913 gegründete Orientalische Seminar 1927 entsprechend ausbaute. Die Abteilung zeigte dabei von Beginn an einen sprachpraktischen Fokus: Die Lektoren gaben ausschließlich Sprachübungen, während Schmitt Vorlesungen und Seminare zu Sprache und Kultur abhielt. Die chinesischen Lektoren verfügten indes über die unterschiedlichsten Bildungshintergründe: So blieb beispielsweise Li Fong Hok nur für die Dauer seines Doktorandenstudiums der Staatswissenschaft in Bonn (WS 27/28 – WS 29/30), während sein Nachfolger Yao Shi’ao (geb. 1898 in Henan) sich bereits seit über sieben Jahren mit dem Studium der Geschichte sowohl in Peking als auch in Berlin beschäftigt hatte und über akademische Berufserfahrung verfügte.
 
Schmitts Forschungsinteresse im Bereich Sprache und Literatur bestimmte den wissenschaftlichen Kurs der Abteilung bis zu seinem Tod 1955. Bezeichnend dafür ist sein 1939 publiziertes Lehrwerk Einführung in das moderne Hochchinesisch: ein Lehrbuch für den Unterrichtsgebrauch und das Selbststudium nebst chinesischem Zeichenheft, das er zusammen mit dem Lektor Dr. Lou Yu (verst. 1938) verfasst hatte. 
 
Unter seinem Nachfolger Peter Olbricht (1909–2007) verlagerte sich 1956 der Schwerpunkt in Richtung des klassischen Chinesisch und der chinesischen Geschichte. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war Olbricht kaum an der Lehre der modernen chinesischen Sprache beteiligt, und noch immer verfügte die Abteilung nur über einen einzigen Lektoren, sodass das moderne Chinesisch nun einen geringeren Anteil am Lehrangebot ausmachte. 
Dies änderte sich im Laufe der kommenden Dekade, nachdem 1959 das Seminar für Orientalische Sprachen (SOS) in Bonn neu eröffnet worden war. Diese staatliche Lehrinstitution, die nach den Kriegswirren 1945 in Berlin aufgelöst worden war, war aus dem Bedarf an praktischer Sprachausbildung im diplomatischen Dienst erwachsen und daher seit seiner Gründung auf die Ausbildung in modernen asiatischen Sprachen spezialisiert. Die Sinologische Abteilung und das Seminar für Orientalische Sprachen arbeiteten eng zusammen – so konnten beispielsweise Studenten die Chinesisch-Kurse beider Institutionen im Rahmen ihres jeweiligen Studiums besuchen. 
 
Als sich die Sinologische Abteilung dann 1963 zum eigenständigen Sinologischen Seminar unter dem nun voll ordinierten Professor Olbricht emanzipierte, weitete sich diese Zusammenarbeit weiter aus: 1964 wurde eine weitere Lektorenstelle eingerichtet, wobei die zwei Beschäftigten Dr. Liu Mau-Tsai (1914–2007) und Dr. Otto Ladstätter (geb. 1933) sowohl am Seminar für Orientalische Sprachen als auch am Sinologischen Seminar unterrichteten. Zu diesem Zeitpunkt fanden nahezu sämtliche praktischen Lehrveranstaltungen im SOS statt. Als sich Ladstätter 1969 habilitierte, wurde er als außerordentlicher Professor an der Sinologie übernommen, sodass die Bonner Sinologie nun auf den dauernden Bestand von einem ordentlichen Professor, einem Privatdozenten und zwei Lektoren angewachsen war.
 
Dass das SOS einer auf Mittelkürzungen beruhenden Schließung 1979 entging, ist nicht unmaßgeblich Professor Rolf Trauzettel zu verdanken (geb. 1930), der 1975 Olbrichts Nachfolge angetreten hatte. Seit 1977 hatten sich das Rektorat, die Mitarbeiter der Sinologie und des SOS für dessen Erhalt eingesetzt, was zwei Jahre später die Unterstellung unter den universitären Senat zur Folge hatte. Trauzettel selbst übernahm für vier Jahre das Amt des Direktors (1977–1981). Die Umwandlung in ein vollwertiges Universitätsinstitut erforderte jedoch auch die Einrichtung eines Studienganges, sodass 1983 der Studiengang „Diplomübersetzen (Sprachen des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens)“ anlief. Das Curriculum orientierte sich an den bereits etablierten Studiengängen der europäischen Philologien und verlangte daher das Studium zweier asiatischer Fremdsprachen, eines weiteren philologischen Gebiets sowie linguistischer und translationswissenschaftlicher Methoden. Der Studiengang erfreute sich schnell größter Beliebtheit, ebenso wie das Sprachangebot des Instituts im Allgemeinen: Für das WS 1987/88 wurden insgesamt 683 Studierende und Studieninteressierte für die angebotenen Kurse verzeichnet. 
 
Trauzettel, der herausragende Pionierarbeit in den Bereichen der chinesischen Geschichte und Philosophie geleistet hat, gewann nach 14 Jahren Unterstützung durch Professor Wolfgang Kubin (geb. 1945). Kubin erhielt am 1. Oktober 1985 eine befristete Fiebinger-Professur für Chinesische Sprache, die 1989 für die Sinologie umgewandelt wurde. Als Trauzettel sechs Jahre später in Ruhestand ging, wurde sein Lehrstuhl nicht erneut an einen Sinologen vergeben, sodass der Fachbereich wieder der Leitung eines einzigen Professors oblag. 
 
Davon unberührt erfreute sich das Seminar weiterhin wachsenden studentischen Zulaufs. Professor Kubin, der sich über die Jahre weltweite Anerkennung für seine Arbeiten auf den Gebieten der chinesischen Literatur, Philosophie und Translation erarbeiten sollte, engagierte sich für den Ausbau der kooperativen Beziehungen, der Bibliothek und der Publikationstätigkeit. So kam 1985 beispielsweise der chinesische Ministerpräsident Zhao Ziyang zu Besuch nach Bonn, man begann mit dem 1988 eingerichteten China-Zentrum in St. Augustin zusammenzuarbeiten und ab 1989 die zwei Fachzeitschriften Orientierungen und minima sinica herausgegeben. 
 
Der nächste strukturelle Umschwung ergab sich zum 17. Dezember 1997, als auch die Orientalistik im Zuge des Bologna-Prozesses den Bonner Umstrukturierungsprozessen unterlag und die einzelnen „asienbezogenen Fächer“ innerhalb des losen Forschungsverbundes eines „Asienzentrums“ zusammengefasst wurden. Aus diesem entstand schließlich 2005 das heutige Institut für Orient- und Asienwissenschaften (IOA), in welchem die Sinologie als „Abteilung für Sprache und Geschichte Chinas“ vertreten war. Durch diese Reformen wuchsen die einzelnen Fächer, die sich seit den 1960er Jahren zunehmend voneinander entfernt hatten, wieder stärker zusammen. Dieser Prozess wurde durch die im WS 2004/5 eingeführten übergreifenden BA- und MA-Studiengänge "Asienwissenschaften" verstärkt. Hier war die Abteilung vorerst mit einem BA-Schwerpunkt (B.A. Asienwissenschaften: Schwerpunkt Chinesisch) und der Teilhabe an zwei MA-Schwerpunkten („M.A. Asienwissenschaften: Orientalische und Asiatische Sprachen (Übersetzen)“ und „M.A. Asienwissenschaften: Sprach- und Kulturwissenschaft Chinas, der Mongolei und Tibet“) vertreten. Diese liefen wiederum knappe zehn Jahre später zu Gunsten fachspezifischer Studiengänge aus, und der 2012/13 in „Abteilung für Sinologie“ umbenannte Bereich konnte nun zwei gänzlich auf den sinologischen Forschungsraum bezogene M.A.-Schwerpunkte („Sinologie“ und „Chinesische Sprache und Translation“) anbieten. Diesem Prozess folgte auch eine entsprechende Umstrukturierung des B.A.-Programms, und der Kernfach- B.A. Asienwissenschaften: Profil Sinologie lief zum WS 2019/20 an.
 
Parallel zu diesen Umwälzungen wandelte sich auch die Struktur des SOS. So wurde es zunächst als Abteilung für Orientalische und Asiatische Sprachen (AOAS) in das neue Institut eingegliedert, doch schließlich zum 1. Januar 2013 gänzlich in seine Einzelsprachen aufgelöst und den einzelnen Bereichen zugeordnet. Für die Sinologie entstand der "Arbeitsbereich Chinesisch" unter der Leitung von Frau Dr. Cui Peiling (geb. 1977).
 
Seit der Berufung des Iranisten und Sinologen Professor Ralph Kauz auf den Bonner Lehrstuhl im April 2010 verfügt die Bonner Sinologie zudem erstmals über einen historischen und interkulturell orientierten Forschungsschwerpunkt, der gerade im Hinblick auf die zunehmend globale Rolle Chinas den zeitgenössischen Diskussionen Rechnung trägt. Gerade Prof. Kauz‘ interdisziplinäre Schwerpunktsetzung auf die historischen Beziehungen des chinesischen Kernlandes zu Zentral- und Westasien bezeugt im Angesicht der Neuen Seidenstraßen-Initiative ihre Aktualität. Internationale Zusammenarbeit und Kooperationen mit chinesischen Partnern wurden zudem intensivst ausgebaut – so konnte beispielsweise 2013 durch die Förderung des Hanban eine Gastprofessur (Frau Prof. Li Wen) für Chinesische Sprache und Translation eingesetzt werden, die sich in der Tradition des Ordinariats für Chinesische Sprache von 1985 versteht. Ein Jahr später wurde der M.A. Schwerpunkt: Chinesische Sprache und Translation durch Förderung des DAAD um ein Doppelmasterprogramm in direkter Kooperation zuerst mit der Tongji Universität und anschließend mit der Fremdsprachenuniversität Peking ergänzt. 
 
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