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Die Diskussion des Wandels der Arbeit im Kontext der Digitalen Transformation in zeitgenössischen medialen Diskursen der VR China (Sabine Weber, M.A.)

Teilprojekt: Die Diskussion des Wandels der Arbeit im Kontext der Digitalen Transformation in zeitgenössischen medialen Diskursen der VR China

In diesem Teilprojekt wird sich der künstlerischen Diskussion der Erscheinungsformen, Rezeption und Konsequenzen der Digitalisierung in China gewidmet, wobei das Hauptaugenmerk der literarischen Verarbeitung gewidmet wird. Dass die chinesische utopische Literatur derzeit eine Blüte erfährt, ist kein bloßer Zufall kommerziell motivierter Globalisierungsprozesse, sondern Ausdruck sozialpolitischer Notstände. Im Angesicht der rasanten Digitalisierung und des wirtschaftlichen Wachstums sieht sich die chinesische Gesellschaft einer existentiellen Krise gegenüber, die sich in mannigfaltigen Dystopien mahnend äußert: Die Verheißung wirtschaftlichen Wohlstands und globaler Führerschaft steht den gleichzeitig auftretenden sozialen und klimatischen Problemen gegenüber. Am deutlichsten fällt diese Diskrepanz zwischen kapitalistischer Entscheidungslinie und sozialistischem Versprechen in der Situation der dienstleistenden Arbeiterschaft auf, deren Lebensstandard sich nicht kohärent zum Wirtschaftswachstum zu heben scheint. Das letztliche Gefühl der fatalistischen Resignation, der Selbstentfremdung und der Abhängigkeit zwischen Mensch und Maschine bilden somit Grundmotive der chinesischen Gegenwartsliteratur.

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt einerseits auf die Behandlung der Repräsentanz sich durch die digitale Transformation der Arbeit ergebenen sozialen Fragen in der dystopischen Literatur an sich, doch zugleich auf eine medienbezogene Kontextualisierung der Ergebnisse der anderen Teilprojekte ab. Die innertextuellen Einzelphänomene dienen hier als Ausdruck des zeitgenössischen Diskurses von Technologie und Mensch, welcher sich in der spezifischen Konstellation von Digitalisierung, Wirtschaftswachstum und Konzept der Arbeitsleistung in epistemologischer wie sozialkritischer Relevanz äußert. Die aufgestellten Thesen werden mit in Autoreninterviews herausgestellten realpolitischen Referenzen abgeglichen und mit den Forschungen der anderen Teilprojekte korreliert.

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