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Kataoka Schallplattenprojekt

Knapp 3900 japanische Schellack-Platten der Kataoka-Sammlung werden in einem dreijährigen Projekt der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Zöllner digitalisiert und systematisch erfasst. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nun entschieden, das Projekt zu fördern. So wird diese einzigartige Quelle zur Erforschung der frühen japanischen Kulturwirtschaft weltweit zugänglich sein.

img48.jpgDie weltweit einzigartige Kataoka-Sammlung umfasst Schellackplatten aus den Jahren 1915 bis 1950, die vor allem aus der Film- und Unterhaltungskultur Japans dieser Jahre stammen. Knapp 3900 Schellackplatten umfassen mehr als 500 Stunden Tonaufnahmen von Titelmusiken, Filmerzählungen, Volksliedern, Schlagern, auch Nachrichten und Vorträge. Der Erforschung dieser Sammlung dienen weiter etwa 2500 Plattenhüllen und etwa 2000 Seiten Begleittexte.

Durch das Forschungsprojekt werden bisher unzugängliche Informationen für die Erforschung der frühen Kulturwirtschaft Japans in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg weltweit verfügbar. Die Hauptschwierigkeit ist, die Schallplatten, ihre Produzenten und ihre Inhalte eindeutig zu identifizieren. Viele der Schallplatten wurden von Labels herausgegeben, die heute nicht mehr existieren. In den meisten Fällen existieren keine Kataloge ihrer Schallplatten. Es gibt auch keine Verzeichnisse der damals aktiven Künstler, Sprecher oder Musiker. Diese wesentlichen Informationen werden die Projektbeteiligten recherchieren. Auch urheberrechtliche Fragen sind damit verbunden, die geklärt werden müssen, bevor die digitalisierten Daten veröffentlicht werden können. Berührt sind die Medien-, Technik- und Sprachgeschichte Japans. Die meisten Exponate sind zugleich Unikate, die nur in der Kataoka-Sammlung enthalten sind.

2012 kam die Kataoka-Sammlung nach Bonn

Der japanische Filmerzähler Ichiro Kataoka hat die Sammlung begründet und 2012 an die Universität Bonn übergeben. Er forscht zur Geschichte der Filmerzähler und zählt selbst zu den international anerkannten Künstlern der historischen japanischen Erzählkunst. Filmerzähler (Benshi) traten in Stummfilm-Vorführungen auf, um die dargebotene Geschichte parallel zu den Bildern mit Worten zu erzählen, unterstützt durch musikalische Darbietungen. Kataoka und mit ihm nur wenige Künstler weltweit erhalten diese Kunst bis heute in Japan, Nordamerika und Europa aufrecht.

Die Errichtung einer Datenbank soll den nahtlosen Datenaustausch mit dem KOSMOS-Projekt an der Universität Bonn sicherstellen. Hieran arbeitet ein deutsch-japanisches Projektteam, das die sprachlichen Herausforderungen meistern wird; alle Information einschließlich der Originaltöne der Schallplatten sind durchweg japanisch. Schließlich beraten wissenschaftliche Partner in Japan.

Prof. Dr. Reinhard Zöllner leitet das Projekt gemeinsam mit Dr. Shiro Yukawa, Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn. Kooperationspartner des Digitalisierungsprojektes der Kataoka-Sammlung sind Prof. Shūhei Hosokawa (International Research Center for Japanese Studies der Universität Kyōto), Prof. Hiroshi Komatsu (Waseda Universität, Tōkyō), Prof. Manabu Ueda (Kobe Gakuin Universität, Kōbe) und das KOSMOS-Verbundprojekt der Museen und Sammlungen der Universität Bonn mit der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn.

Eröffnung mit dem Filmerzähler Kataoka

Das BMBF-Projekt wurde in Gegenwart des Japanischen Generalkonsuls Masato Iso, des Direktors des Japanischen Kulturinstituts, Masakazu Tachikawa, und des neuen Direktors des Bonner Büros der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS), Prof. Hayashi, sowie des Rektors der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Hoch, offiziell am Donnerstag, 4. Oktober 2018, um 18:00 Uhr eröffnet.

Zur Eröffnung des Bonner Forschungsprojektes am 4. Oktober kam der Filmerzähler Ichiro Kataoka nach Bonn und führte den 1929 entstandenen Stummfilm Tōkyō Kōshinkyoku auf – mit englischen Untertiteln. Von den 101 Minuten der Originalversion sind noch etwa 30 Minuten erhalten.

Den Flyer zu der feierlichen Eröffnung der Digitalisierung der Kataoka-Schellackplattensammlung finden Sie hier.

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Kontaktpersonen:

Prof. Dr. Reinhard Zöllner
 
Dr. Shiro Yukawa

 

 

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