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Komparative Kapitalismusforschung

Angesichts der beschleunigten Vernetzungsaktivitäten der sozio-ökonomischen Welt und des wirtschaftspolitischen Gewichtes des neo-liberalen Marktkapitalismus geriet seit Mitte der 1990er Jahre der sogenannte "rheinische Kapitalismus" (Albert 1993), "welfare capitalism" (Dore 2000) oder "nonliberal capitalism" (Streeck/Yamamura 2005) in Japan und Deutschland ins Schwanken. Die weitgehende Adaption marktgesteuerter und neo-liberaler Instrumente des anglo-amerikanischen Kapitalismus hat weitreichende Auflösungserscheinungen sowohl im einst erfolgreichen 'japanischen Modell des Kapitalismus' als auch im 'sozialen Marktkapitalismus' zur Folge gehabt. Im Rückblick drängt sich die Frage auf, ob die pfadabhängigen und nationalstaatlich eingebetteten Kapitalismusformen in Japan und Deutschland zukünftig noch Alternativen sein können, oder ob es zu einer Vereinheitlichung der Kapitalismen kommen wird. Das Spannungsverhältnis zwischen der Pfadabhängigkeit und den neuen Anforderungen der Globalisierung und der (neo-)liberalen Marktwirtschaft bildet den Hintergrund dieses Projektes. 

Dieses Projekt verfolgt vier Ziele: 
 
  1. Untersuchung der Einflussgröße des anglo-amerikanischen Kapitalismus auf den rheinischen Kapitalismus (Hybridisierungsprozess und Pfadabhängigkeit) 

  2. Offenlegen der Affinitäten und Differenzen des deutschen und japanischen Kapitalismus (Unterschiede innerhalb des rheinischen Models)

  3. Offenlegen der unterschiedlichen Prägungen und Entwicklungen innerhalb des Kapitalismus (regionale, sektorale und betriebsinterne Unterschiede) 

  4. Offenlegen der Auswirkung der Digitalisierung auf die Arbeit, die Produktionstechnologie und die Beschäftigungsverhältnisse

 
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