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Abteilung für Japanologie und Koreanistik

1. Über uns

Die Abteilung für Japanologie und Koreanistik beschäftigt sich in Lehre und Forschung mit Themen der Vergangenheit und Gegenwart Japans sowie Koreas. Die lange Tradition der Bonner Ostasien-Studien hat zu einem breiten und differenzierten Spektrum von Schwerpunkten an der Abteilung geführt, die Kultur- und Sozialwissenschaften umfassend. Zudem verfügt die Abteilung über eine der am besten ausgestatteten und ältesten Fachbibliotheken im deutschsprachigen Raum.

2. Fachbeschreibung

Japanologie und Koreanistik gehören traditionell zu den am häufigsten wahrgenommenen Studienfeldern des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften im Bachelor und Master. TEACH ist ein trinationales Angebot für Master-Studierende, die sich mit der Geschichte und Kultur Japans, Koreas und Europas vergleichend beschäftigen wollen.
 

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Zentrales Ziel der Studiengänge Japanologie und Koreanistik im Bachelor ist es, japanologische bzw. koreanistische Grundkenntnisse in einem Ausmaß zu erwerben, das es dem Studierenden erlaubt, in einem japanologisch bzw. koreanistisch ausgerichteten Masterstudium forschungsorientiert zu studieren. Durch die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen der Sprache, Geschichte, Kultur, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Japans bzw. Koreas sollen die Studierenden befähigt werden, mit Menschen dieser Länder sprachlich korrekt zu kommunizieren, Texte in diesen Sprachen zu verstehen und für die eigene Arbeit zu nutzen und relevante Ereignisse und Strukturen in diesen Ländern zu untersuchen und zu erklären. 
 
Insbesondere die sprachliche Ausbildung eröffnet den Studierenden mehrere Berufsfelder. Allerdings ist der Studiengang nicht primär berufsfeldorientiert, sondern forschungsorientiert, damit die Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten beherrschen lernen, welches für ein anschließendes Masterstudium erforderlich ist. 

3. Fachgeschichte

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Philipp Franz von Siebold 
(1796 - 1866)
 
1853-59 wohnhaft in Bonn, Haus Nr. 972 am Belderberg (seit 1870: Giergasse 30) in der Nähe der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (das Wohnhaus wurde im Zweiten Weltkrieg zusammen mit großen Teilen der Bonner Innenstadt zerstört); Angebot des weltweit ersten Lehrstuhls für Japanologie, Siebold lehnte jedoch ab und arbeitete stattdessen an seinen Hauptwerken Nippon und Flora Japonica. Am Alten Zoll direkt vor dem Universitätshauptgebäude, dem ehemaligen kurfürstlichen Schloss, in der Nähe des Rheins pflegte Siebold zu Studienzwecken seinen eigenen botanischen Garten. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Weiterführende Literatur:

 

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Johannes Justus Rein
(1835 - 1918) 
Bonn: 1883 - 1918 
 
1883-1910 Professor für Geographie in Bonn; ausgedehnte Japan-Expedition 1873-75; 1876 Ordinarius für Geographie in Marburg, 1883 Berufung nach Bonn; Hauptwerk: Japan nach Reisen und Studien im Auftrage der Königlich Preussischen Regierung dargestellt (Erster Band Natur und Volk des Mikadoreiches, 1881; Zweiter Band Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Handel, 1886); 1910 Emeritierung; verst. in Bonn. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Grabstein von J. J. Rein und seiner Frau Elisabeth auf dem Neuen Friedhof Kessenich (Bergfriedhof) in Bonn (Foto: H. Meyer) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Weiterführende Literatur: 

 

 

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Oscar Kressler
(1876 - 1970) 
 
Bonn: 1929 - 1950 
 
Geb. in Konstanz (Baden), 1904 Promotion zum Dr. phil. an der Univ. Straßburg, 1908 Staatsexamen für den höheren Schuldienst ebenda; 1908-23 Lektor für Deutsch und Latein an der 7. Oberschule (Daishichi kōtōgakkō Zōshikan) in Kagoshima, 1923-26 Lektor an der Oberschule in Urawa, 1924-29 Lektor für Altgriechisch und Deutsch an den Universitäten Tōkyō und Hōsei; ab Wintersemester 1929/30 Japanisch-Lektor am Orientalischen Seminar (damals in der Poppelsdorfer Allee 25) der Universität Bonn, an dem eine Japan-Abteilung eingerichtet wurde; im Februar 1932 Habilitation für das Fach Japanologie, 1933 Lehrauftrag (ca. 10 Studenten); 1939 Ernennung zum nicht-beamteten ao. Prof., noch im selben Jahr zum apl. Prof.; 1944 wurde der Antrag der Phil. Fakultät auf ein planmäßiges Extraordinariat für Japanologie abgelehnt, Kressler führte das Fach weiter bis zu seiner Pensionierung 1949, im darauffolgenden Jahr verließ er Bonn; verst. in Hongkong im Alter von fast 94 Jahren. 
 
 
 
 
 
Weiterführende Literatur: 
  • Harald Meyer, „Von Konstanz nach Kagoshima: Eine historische Bildreportage zu Oscar Kressler (1876-1970) und den Anfängen der Bonner Japanologie.“ OAG NOTIZEN, 10/2013: 22-34. 

  • Harald Meyer, „Oscar Kressler (1876-1970) und Herbert Zachert (1908-1979): Der erste Japanisch-Lektor und der erste Ordinarius für Japanologie". In: Harald Meyer, Christine Schirrmacher, Ulrich Vollmer (Hg.), Die Bonner Orient- und Asienwissenschaften: Eine Geschichte in 22 Porträts. ORIENTIERUNGEN Themenband 2018. Großheirath: OSTASIEN Verlag, 2018, S. 125-145.  

 

 

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Otto Karow
(1913 - 1996)
 
Bonn: 1947 - 1959
 
Geb. in Magdeburg, 1932/33 Studium der Theologie, 1934-36 der Japanologie in Berlin; 1935 Dolmetscherdiplom, Korrespondent in Japan, 1941-45 Lektor in Takamatsu; 1947 Lektor für Japanisch in Bonn; 1948 Promotion bei Kressler; 1951 Habilitation in Bonn; 1954 Diätendozent; 1960 Berufung zum Ordinarius in Frankfurt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Friedrich M. Trautz
(1877 - 1952)
 
Geb. in Karlsruhe, Offizierslaufbahn, 1909/10 Beurlaubung zwecks "Weltreise", die ihn auch nach Japan führte; 1921 Dr. phil. Berlin (Japanologie), 1921-26 wiss. Assistent im Museum für Völkerkunde, 1926-30 Leiter Japan-Institut Berlin, 1927 Habilitation in Japanologie (Berlin), 1930-38 Japan, 1934-38 deutscher Leiter des Japanisch-Deutschen Forschungsinstituts in Kyōto. 1938 Rückkehr nach Deutschland, bis zu seinem Tod Japanstudien als Privatgelehrter in Karlsruhe. 
 
1959/60 Übernahme seines Nachlasses, einer Sammlung von antiken Büchern, alten Schriften und Drucken der Edo- und Meiji-Zeit sowie von äußerst zahlreichen historischen Photoabzügen, Glaspositiven, Postkarten und Korrespondenzen, durch das Orientalische Seminar der Universität Bonn (sog. Trautz-Sammlung der Bonner Japanologie). 
 
 
 
 
 
 
 
Weiterführende Literatur: 
  • Hartmut Walravens, „Friedrich Maximilian Trautz (1877–1952). Eine Bibliographie zu Leben und Werk." BOAJ, 1980, 286–311. 

  • Harald Meyer, „Geschichtsbilder im wahrsten Sinne des Wortes: Historische Photographien aus dem Nachlass des Japan- und Siebold-Forschers Friedrich M. Trautz (1877-1952)“. In: Siebold-Wissenschaftsstiftung (Hrsg.), Geschichte und Geschichtsbilder in den Beziehungen Japan–Europa. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2013, 73-80.

  • Harald Meyer, „Das Trautz-Archiv der Bonner Japanologie. Entstehung, Objekte und neu gestaltete Archivierung.“ ORIENTIERUNGEN, Zeitschrift zur Kultur Asiens, 1/2014 (26. Jg., Nr. 1): 3-20.  

  • Harald Meyer / Reinhard Zöllner (Hg.), Die Sammlung Trautz. Visuelle Schätze aus dem Nachlass des Japangelehrten Friedrich M. Trautz(1877-1952). Unter Mitarbeit von Daniel Gerichhausen, Hendrik Groth und Paul Schoppe. München: Iudicium, 2019. Reihe: ERGA. Reihe zur Geschichte Asiens, Band 18. 344 S. 

 

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Herbert Zachert
(1908 - 1979)
 
Bonn: 1960 - 1979
 
Geb. in Berlin, Studium der Ostasienwissenschaften in Berlin, Hamburg (1930-32), 1933-41 Lektor an der Oberschule Matsumoto (Matsumoto kōtōgakkō), 1941-45 deutscher Leiter Kulturinstitut Tōkyō, 1949-60 Professor Humboldt-Universität, ab 1960 Honorarprofessor für Japanologie am Orientalischen Seminar der Universität Bonn, in Personalunion mit seiner Professur am 1959 neu errichteten, zunächst vom Bund getragenen Seminar für orientalische Sprachen (SOS, ehemals Berlin, nunmehr an der Coblenzer Straße, ab 1967 umbenannt in Adenauerallee, Bonn [Hausnr. 102]); 1966 Ordinarius für Japanologie, Direktor des neu gegründeten Japanologischen Seminars, das unabhängig vom Orientalischen Seminar wird. 1969: Verleihung des japanischen Ordens vom "Heiligen Schatz" 3. Klasse. 1977 Emeritierung und im selben Jahr Verleihung des "Order of Civil Merit" der Republik Korea als Würdigung von Zacherts Einsatz für die Einführung des Koreanischen am Seminar für Orientalische Sprachen. 
 
 
 
 
Weiterführende Literatur: 
  • Harald Meyer (Hg.), Vorlesungsmanuskripte und Übersetzungen zur vormodernen Literatur Japans von Herbert Zachert (1908-1979). München: Iudicium, 2012. OAG-Taschenbuch Nr. 95, 158 S. 

  • Harald Meyer, „Oscar Kressler (1876-1970) und Herbert Zachert (1908-1979): Der erste Japanisch-Lektor und der erste Ordinarius für Japanologie". In: Harald Meyer, Christine Schirrmacher, Ulrich Vollmer (Hg.), Die Bonner Orient- und Asienwissenschaften: Eine Geschichte in 22 Porträts. ORIENTIERUNGEN Themenband 2018. Großheirath: OSTASIEN Verlag, 2018, S. 125-145.  

 

 

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