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M.A. Asienwissenschaften: Schwerpunkt Islamic Archaeology

Islamische Archäologie ist das Geschichtsstudium der islamischen Gesellschaften und solcher, die unter muslimischer Hegemonie standen, anhand von handgefertigten Objekten und Spuren menschlicher Handlungen in der physischen Umwelt. Es handelt sich um ein multidisziplinäres Studienfeld, das zahlreiche Überschneidungspunkte mit anderen Forschungsbereichen aufweist, insbesondere den traditionellen Nahoststudien, der Kunstgeschichte, Historischen Geographie, Kulturanthropologie und den Gesellschafts- und Umweltwissenschaften. Der neue Schwerpunkt bildet inhaltlich und methodisch eine Brücke, die diese genannten Bereiche miteinander im Studium der mittelalterlichen islamischen Gesellschaft verbindet.

 
Darstellung und Begründung des forschungs- oder anwendungsorientierten Profils
Das archäologische Laboratorium mit seiner wachsenden Sammlung an Keramiken und anderen islamisch-archäologischen Artefakten ist das physische Herzstück des akademischen Forschungsprogrammes und macht das Fach zu einer Besonderheit für Studierende der Universität Bonn, indem es neben der gut sortierten und vielseitigen Studiensammlung Arbeitsplätze zum Studium und zur Bearbeitung der Artefakte bietet. Die Einzigartigkeit besteht darin, dass die Artefakte der Forschungseinheit AIA aus einem exzellenten archäologischen Kontext erst kürzlich gewonnen wurden, während die meisten der anderen Universitätssammlungen häufig aus Artefakten gebildet werden, die im letzten Jahrhundert aus den Ursprungsländern erworben wurden. Jordanien ist eines der wenigen Länder weltweit, das auch weiterhin die Ausfuhr von Artefakten durch Archäologen gestattet, die das Vertrauen des Landes genießen. Aus diesem Grund haben die Studierenden der Universität Bonn die seltene Gelegenheit, in diesem Programm Erfahrungen aus dem unmittelbaren Umgang mit Artefakten zu erlangen und diese nicht nur von Fotos, Kopien o.ä. zu studieren.
 
Insgesamt steht das Lehrprogramm für Internationalisierung durch Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und Feldprojekte im Ausland, angewandte Interdisziplinarität durch die methodische Einbindung von Nachbardisziplinen sowie Natur- und Wirtschaftswissenschaften und neue und verschiedenartige Formen der Lehre, die sich auf die Kombination von Theorie und Praxis konzentrieren. Darüber hinaus ist dies das einzige Lehrprogramm dieser Art in Deutschland; das einzige selbständige islamisch-archäologische Studienprogramm, das nicht ausschließlich als Zweig der Islamischen Kunstgeschichte existiert. Das Programm steht in der Tradition der Regionalwissenschaften und umfasst ein spezialisiertes archäologisches Curriculum, wobei Module der Kunstgeschichte im Wahlpflichtbereich belegt werden können. Daraus ergibt sich ein für internationale Studentinnen und Studenten attraktiver Standort.
 
Lernziele und Curriculare Bereiche (Konzept der Studiengangsstruktur)
Das Ziel des M.A.-Schwerpunktes Islamische Archäologie (AIA) ist, nach der Vermittlung grundlegender Erfahrung und Kenntnisse von interdisziplinärer Forschung und akademischen Schreibens, die Entwicklung besonderer Fertigkeiten wie Objekt- und Raumanalyse, Analyse von Texten und Artefakten, Techniken der Ausgrabungs- und Feldforschung sowie die Vorbereitung individueller Forschungsvorhaben in Bezug auf Themen, die vorrangig mit der Kultur-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte verbunden sind.
 
Das Programm wird den Studierenden demnach Qualifikationen und besonderes Fachkönnen vermitteln, das über das Studium von Fachliteratur und Theorie hinausgeht. Ferner haben die Studierenden während des Studiums nicht nur die Gelegenheit, die eigenen englischen Sprachkenntnisse zu vervollkommnen, sondern können an internationalen Ausgrabungen in Jordanien und Israel teilnehmen, die unter die Konzession Prof. Walkers fallen. 
 
Der Schwerpunkt Islamische Archäologie steht in enger Verbindung zur islamwissenschaftlichen Ausrichtung des M.A. Asienwissenschaften und bietet die Möglichkeit zur Promotion im Fach Islamwissenschaft mit dem Fokus Islamische Archäologie an der Philosophischen Fakultät.
 
Gewichtung der Curricularen Bereiche (Modulgrößen)
Der Schwerpunkt Islamische Archäologie beinhaltet 4 schwerpunktspezifische Pflichtmodule im Umfang von jeweils 4 SWS und insgesamt 40 LP: „Introduction into Islamic Material Culture“ (wechselweise als Webinar oder als Präsenzveranstaltung), „Theory and Methods in Islamic Archaeology“ (Integration von Laborarbeit als Bestandteil der Seminare), „Internship in Islamic Archaeology“ (archäologische Feldarbeit, Museumsmanagement), „Research Problems in Islamic Archaeology Today“ (übergeordnete Forschungsfragen, Transdisziplinarität). Der Einführungskurs ist Teil einer viergliedrigen Webinar-Serie zur islamischen materiellen Kultur, die in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg sowie der Universität München und der New York University (USA) durchgeführt wird. Der Pflichtbereich wird ergänzt durch die schwerpunktübergreifenden Module des M.A. Asienwissenschaften „Forschungspropädeutik“ und „Kolloquium“. Ersteres wird zu einem Teil (2 SWS) durch den Schwerpunkt Islamwissenschaft durchgeführt, zum anderen Teil (ebenfalls 2 SWS) durch den Schwerpunkt „Islamische Archäologie“. Bei dem Kolloquium handelt es sich um ein zweisemestriges Seminar (3.-4. Semester), in dem sowohl der wissenschaftliche Diskurs anhand aktueller Forschungen und Vorträge geübt wird als auch die Gelegenheit besteht, das eigene M.A.-Arbeitsthema vorzustellen. Der Pflichtbereich umfasst damit insgesamt 60 LP.
 
Im Rahmen des Wahlpflichtbereichs (insgesamt 30 LP) stehen den Studierenden ausgewählte Module der Schwerpunkte Islamwissenschaft, Arabistik und Translation, Türkische Geschichte und Gesellschaft und Mongolistik des M.A. Asienwissenschaften offen, weiterhin sprachliche Basismodule in Arabisch, Türkisch oder Persisch. Dabei sind die Zugangsvoraussetzungen der jeweiligen Module zu beachten.
 
Zur Abfassung der Abschlussarbeit steht den Studierenden ein Semester zur Verfügung; die Arbeit selbst umfasst 30 LP.
 
 
 
Didaktisches Konzept (Veranstaltungsformate und Lehrmethoden)
Der Schwerpunkt Islamische Archäologie zeichnet sich durch eine Vielfalt von Lehrformen aus: traditionelle/klassische Seminare, Laborarbeit, Internet-Seminare (Webinars) und archäologische Feldarbeit (Ausgrabungen und Surveys). Das Programm bietet die Möglichkeit, an archäologischen Projekten im Nahen Osten teilzunehmen, sowie zu einem Museumspraktikum am Universitätsstandort. Die meisten Kurse finden in den Räumlichkeiten und im Labor der Forschungseinheit Islamische Archäologie in der Brühler Straße 7, 53119 Bonn, statt.
 
Um den internationalen Charakter des Programmes zu unterstützen, ist die Unterrichtssprache der vier schwerpunktspezifischen Module Englisch.
 
Überprüfung des Kompetenzerwerbs (Modulabschlussprüfungen)
Als Prüfungsleistungen sind Klausuren, Präsentationen und schriftliche Hausarbeiten vorgesehen.
 
Angaben zu Berufsfeldern der Absolventen

Absolventen stehen zahlreiche Berufsfelder offen, z. B.:

  • Wissenschaft, öffentliche Bildung

  • Museumsarbeit

  • Tätigkeiten im Denkmalschutz (z. B. Cultural Resource Management) und Vollzeit-Archäologie (Feldforschung)

  • Tätigkeiten in der Forschungsförderung und im Fundraising  

  • Kulturbeauftragter im diplomatischen Korps

 
Bewerbungen zum Studiengang sind zum Wintersemester möglich. Nähere Informationen, z.B. dazu, ob er derzeit zulassungsbeschränkt ist, entnehmen Sie bitte der folgenden Seite.
 
Gerne beraten wir Sie auch persönlich in unserer Fachstudienberatung
 
Ansprechpartner:

Prof. Dr. Bethany J. Walker
Universität Bonn
Institut für Orient- und Asienwissenschaften
Abteilung für Islamwissenschaft
Forschungseinheit Islamische Archäologie
Brühler Str. 7, 2. OG
53119 Bonn
Tel.: +49 228- 73 -60237
 
 
 
 
 
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