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Abteilung für Islamwissenschaft und Nahostsprachen

Die Abteilung für Islamwissenschaft und Nahostsprachen ist eine von insgesamt acht Abteilungen des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften.

Fachbereiche

1. Arbeitsbereich Arabistik/Arabische Sprache und Translation

Arabistik/Arabische Sprache und TranslationStandort: Nassestraße 2, 53113 Bonn

Die Arabistik – derzeit verortet im Arbeitsbereich (AB) Arabische Sprache und Translation – nimmt im Ensemble der B.A.- und M.A.-Angebote der Abteilung für Islamwissenschaft und Nahostsprachen aufgrund der fundamentalen Bedeutung des Arabischen als Islamsprache bzw. der interkulturellen Beziehungen zwischen den islamisch geprägten Gesellschaften des arabischen, iranischen, türkischen, zentralasiatischen und zum Teil auch des perso-indischen Kulturraums eine Schlüsselstellung ein. Die „arabische Basis islamischer Kultur und Geschichte“ ist nicht nur in der Vormoderne – dem Schwerpunkt der Bonner Islamwissenschaft – besonders prägnant, sondern auch in der Moderne, da islamische Akteure, die vielfach von tief in der Geschichte wurzelnden Handlungsmustern geleitet werden, nicht nur regional, sondern heute meist auch global interagieren. 

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Der Arbeitsbereich Arabistik/Arabische Sprache und Translation betreut folgende Studiengänge:

  • B.A. Asienwissenschaften/Profil „Islamwissenschaft/Arabistik“

  • B.A.-Begleitfach „Arabisch“

  • M.A. Asienwissenschaften/Schwerpunkt „Arabistik und Translation“

 

Die Arabisch-Ausbildung im B.A. führt – anhand moderner Lehrmaterialien, die auch e-learning units enthalten – in die moderne und klassische Hochsprache sowie in Grundstrukturen arabischer Dialekte ein. Die Arabistik fokussiert auf linguistische, kulturelle, politische und religiöse Fragen, die sich sowohl auf die Vormoderne als auch auf die Gegenwart beziehen. Dabei kommt dem Studium von arabischsprachigen Primärquellen sowie der Analyse der sich darin manifestierenden Ideen, Begriffe und Diskurse durchwegs eine zentrale Bedeutung zu. 

Verantwortlich für die Arabistik mit der einschlägigen Sprachlehre ist Prof. Dr. Dagmar Glaß, die Leiterin des AB Arabische Sprache und Translation. Ihr stehen zwei 100%-Lektorenstellen zur Verfügung. Davon ist ein Arabisch-Lektorat unbefristet mit Dr. Sarjoun Karam besetzt, der nach einem Arabistik-Studium im Libanon (Universität Balamand) an der Universität Heidelberg promovierte. Translationsorientierte Lehrangebote – in Deutschland mit Bezug auf das Sprachenpaar Arabisch/Deutsch neben Leipzig nur noch in Bonn existent – werden vorzugsweise im Rahmen des M.A.-Schwerpunktes „Arabistik und Translation“ unterbreitet. Sie fokussieren auf Analyse, Interpretation und Übersetzung von Texten aus arabischen Medien schriftlicher und audio-visueller Provenienz, aus der modernen und klassischen arabischen Literatur sowie aus diversen fachsprachlichen Bereichen wie z.B. dem Recht. Mit sprachpraxisorientierten Ausbildungseinheiten einher geht die Beschäftigung mit wissenschaftlicher Text-Kontext-Analyse, ihrer Theorie und Methode. 

Die Arabistik-Angebote der Abteilung in B.A. und M.A. werden in enger Kooperation und Abstimmung mit der Islamwissenschaft umgesetzt, die von Prof. Dr. Stephan Conermann, Prof. Dr. Christine Schirrmacher und Prof. Dr. Judith Pfeiffer, seit 2016 Inhaberin einer am IOA verorteten Humboldt-Professur, prominent vertreten wird. Anschlussmöglichkeiten bestehen aber auch zur Islamischen Archäologie, die von Prof. Bethany Walker vertreten wird.

Der AB Arabische Sprache und Translation ist bestrebt, durch diverse Gastreferate von Fachwissenschaftler*innen und Nahostexperten, Workshops, Projektarbeiten (z.B. auch in Kooperation mit anderen Abteilungen des IOA) und andere Zusatzveranstaltungen die grundständigen Angebote in B.A. und M.A. zu ergänzen. An den Bereichen Arabistik und Übersetzungswissenschaft interessierte Promovenden können Aufnahme in der Bonn International Graduate School – Oriental and Asian Studies (BIGS-OAS) finden, aber auch auf der Basis individueller Betreuervereinbarungen angeleitet werden. 

Ansprechpartnerin für alle Fragen zum Arbeitsbereich ist: 

Frau Prof. Dr. Dagmar Glaß ([Email protection active, please enable JavaScript.])

 

 

2. Arbeitsbereich "Geschichte und Gesellschaften der persischsprachigen Welt"

Standort: Brühler Straße. 7, 53119 Bonn
 
Der Arbeitsbereich gehört zur Abteilung für Islamwissenschaften und Nahostsprachen des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften. Er ist primär auf persischsprachige Kulturen, Geschichte und Gesellschaften in islamischer Zeit fokussiert. Dies bedeutet, dass in Bonn eine weit über die Grenzen des heutigen Iran hinausgehende Region in den Blick genommen wird: Zum Interessengebiet des Arbeitsbereichs zählen neben Geschichte, Literatur und Kultur des Iran ab seiner islamischen Eroberung auch Regionen wie Zentralasien, das heutige Afghanistan und Pakistan, sowie der indische Subkontinent und der maritime multilinguale Handelsraum zwischen Subkontinent, der arabischen Halbinsel und dem Mittelmeer. Persische Kultur und Sprache werden also als integrativer Teil globalhistorischer Zusammenhänge betrachtet. Der Schwerpunkt der Bonner Forschung liegt auf der Vormoderne, die Lehre schließt jedoch auch die Auseinandersetzung mit z. B. moderner persischer Literatur und aktuellen Entwicklungen ein. Aufgrund der beschriebenen Ausrichtung des Arbeitsbereiches wird die vorislamische Geschichte Irans nur marginal berücksichtigt. Eine iranistische Beschäftigung mit persischen Sprachen vor dem klassischen Neupersisch findet nicht statt. 
 

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Aufbauend auf einer Sprachausbildung, die neben moderner persischer Standardsprache besonderen Wert auf das klassische Neupersisch als Quellensprache für die historische Auseinandersetzung mit der Region legt, bietet der Arbeitsbereich eine an sozialgeschichtlichen, wissen- und kulturgeschichtlichen Fragen orientierte Forschung und Lehre. Die Lehre profitiert hierbei von einer guten Aufstellung des Arbeitsbereiches: Neben der Professur für Islamwissenschaft (Prof. Dr. Stephan Conermann) steht mit Prof. Dr. Judith Pfeiffer, die seit 2016 eine am IOA verortete Humboldt-Professur innehat, eine auf den iranischen Raum und Zentralasien spezialisierte Professur zur Verfügung. Der ebenfalls im Jahre 2016 neu an der Abteilung für Islamwissenschaft situierte Akademische Rat Dr. Evrim Binbaş verfügt zusätzlich über iranistische Kompetenz. Hinzu kommt die Abdeckung der Sprachlehre im B.A. durch ein 100% Lektorat für Persisch. Der Arbeitsbereich ist schließlich an verschiedenen Forschungsprogrammen beteiligt; so etwa an dem 2019 in Bonn neu initiierten Exzellenzcluster „Beyond Slavery and Freedom“ (Sprecher: Prof. Dr. Stephan Conermann), am Alexander von Humboldt Kolleg for Islamicate Intellectual History (Leitung: Prof. Dr. Judith Pfeiffer), sowie am Sonderforschungsbereich 1167 „Macht und Herrschaft – Vormoderne Konfigurationen in transkultureller Perspektive“ (stellv. Sprecher: Prof. Dr. Stephan Conermann, derzeit zwei Teilprojekte mit Bezug zur persischsprachigen Welt). Diese vielfältige Integration in aktuelle Forschung eröffnet dem Arbeitsbereich auch immer wieder die Möglichkeit, NachwuchsforscherInnen aus den verschiedenen Kontexten in die Lehre zu integrieren und somit ein breitgefächertes, nah an aktuellen Forschungstrends gestaltetes Lehrprogramm zu bieten.
 
Ab dem Wintersemester 2019 können in Bonn sowohl ein Bachelor- als auch ein Masterstudiengang mit Schwerpunkt auf die persische Sprache, persische Gesellschaften und persische Geschichte studiert werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, einen islamwissenschaftlich-arabistischen Schwerpunkt mit Persisch als Zweitsprache zu kombinieren. Alle Studiengänge sind in das Konzept einer islamwissenschaftlichen Ausbildung integriert, die sprachliche und regionale Spezialisierung mit einer breiten fachwissenschaftlichen Perspektive sowie einer transdisziplinären Anbindung an die Asienwissenschaften verbindet. Der B.A. „Asienwissenschaften mit dem Profil Islamwissenschaft/Iranistik“ wird mit dem Begleitfach Persisch kombiniert, verzichtet jedoch nicht auf eine Grundausbildung arabischer Sprachkenntnisse. Er führt damit ebenso auf den Masterstudiengang „Asienwissenschaften mit Schwerpunkt Islamwissenschaften“ hin wie auch der B.A. „Asienwissenschaften mit dem Profil Islamwissenschaft/Arabistik,“ der neben dem Begleitfach Arabisch als Erstsprache auch Persisch als Zweitsprache ermöglicht. Der Arbeitsbereich bietet zukünftig Studierenden also sowohl die Möglichkeit, bereits zu Beginn des B.A.s einen starken Fokus auf die persische Sprache, persische Gesellschaften und persische Geschichte zu setzen als auch diesen Fokus als Ergänzung zu einer arabistischen Perspektive zu wählen. Mit dem M.A. „Asienwissenschaften Schwerpunkt Islamwissenschaft“ folgt sodann ein flexibel gestalteter Masterstudiengang, der den Studierenden den Ausbau der Fokussierung ebenso ermöglicht wie eine breitere islamwissenschaftliche Aufstellung.

3. Arbeitsbereich "Geschichte und Gesellschaft der Türkei"

Standort: Brühler Straße. 7, 53119 Bonn
 
Die gegenwärtige Türkei stellt sich in einer weit gefächerten politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Komplexität dar. Komplexität weist sie auch in einem geopolitisch übergeordneten Zusammenhang auf, da sie an den „islamischen“, euro-asiatischen und europäischen Arealen teilhat. Hierbei gehören u.a. Aspekte der Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union bzw. ihrer Vorläufer zu den Nachfolgestaaten der ehemaligen osmanischen Provinzen (vornehmlich in Südosteuropa) sowie zu den türkisch besiedelten Gebieten in Zentralasien (und Teilen des Kaukasus) genauso zu den Lerninhalten wie innertürkische, mit der Gründung der Republik einsetzende Prozesse. Fragen zur türkischen Geschichte und Gesellschaft haben schließlich auch aufgrund des Status der Türkei als Herkunftsland der türkischen Einwanderer in Deutschland eine innenpolitische Relevanz hierzulande. Die hier beschriebenen Studiengänge bilden Experten aus, die diese besondere Ver-fasstheit der Türkei mittels interdisziplinärer Ansätze in verschiedenen beruflichen Kontexten zu beschreiben und zu analysieren vermögen.
 

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Das Kernfach-Profil Islamwissenschaft/Türkische Geschichte und Gesellschaft vermittelt den Studierenden die für eine spätere Berufstätigkeit innerhalb und außerhalb des wissenschaftlichen Betriebs notwendigen theoretischen und methodischen Kenntnisse zur Beschreibung kultur-, sozial- und geistesgeschichtlicher Prozesse sowie innen- und außenpolitischer Spannungsfelder von der Gründung der Türkischen Republik bis hin zur sog. türkischen Postmoderne. Die Arbeit mit Originalquellen ist hierbei das grundlegende Medium für den Zugang zu einer Perspektive, welche fernab von eurozentrisch und orientalistisch geprägten Bewertungskategorien von „innen“ heraus beschreibt. Der Studiengang bereitet zudem auf den konsekutiven Studiengang M.A. Asienwissenschaften – Schwerpunkt Türkische Geschichte und Gesellschaft vor.
 
Das Profil zeichnet sich durch seine überwiegend gegenwartsbezogene, forschungsorientierte Ausrichtung aus. Somit ist es zum einen eine optimale Vorbereitung auf den anschließenden MA-Schwerpunkt, der eine historische Perspektive (bis ins 19. Jh.) eröffnet. Diese besondere Kombination stellt für das IOA ein Alleinstellungsmerkmal in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus dar. Zum anderen bildet der Studiengang eine sinnvolle Erweiterung des arealen Spektrums der in der Abteilung für Islamwissenschaft und Nahostsprachen und dem Institut für Orient- und Asienwissenschaften angebotenen Studiengänge.

 

4. Arbeitsbereich "Islamische Archäologie"

Bilder

Standort: Brühler Str. 7 (2. Stock), 53119 Bonn 
Zur Homepage der "Islamic Archaeology"

Die bilinguale Forschungseinheit „Islamic Archaeology / Islamische Archäologie“ befasst sich mit dem Geschichtsstudium islamischer Gesellschaften und Gesellschaften unter muslimischer Vorherrschaft anhand von handgefertigten Objekten und Spuren menschlicher Handlungen in der physischen Umwelt. Dabei wird eine Zeitspanne vom 7. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs abgedeckt. 
 
Als multidisziplinäres Studienfeld hat die Islamische Archäologie zahlreiche Überschneidungspunkte mit der Islamwissenschaft und den traditionellen Nahoststudien, aber auch mit der Kunstgeschichte, der Historischen Geographie, der Kulturanthropologie und den Gesellschafts- und Umweltwissenschaften.
 

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Unsere Studienangebote
 
Die Forschungsunit unter der Leitung von Prof. Dr. Bethany J. Walker betreut im M.A.-Studiengang Asienwissenschaften den Schwerpunkt „Islamische Archäologie / Islamic Archaeology“. Es handelt sich in diesem Bereich um das einzige unabhängige Master-Angebot auf dem europäischen Festland, das ohne Einbindung in einen übergeordneten Studiengang Islamische Kunstgeschichte existiert. Für eine Bewerbung ist kein vorheriger Abschluss in Archäologie erforderlich, sondern der M.A. baut auf einem asienwissenschaftlichen B.A.-Studiengang auf.
 
Ab dem Wintersemester 2019/20 steuert die Islamische Archäologie auch einen Teil des orientierenden Lehrangebots im B.A.-Studiengang Asienwissenschaften bei. 
 
Promotionen sind unter anderem über die Bonn International Graduate School – Oriental and Asian Studies (BIGS-OAS) möglich. 
 
Ein internationales Programm
 
Forschung und Lehre in der Unit erfolgen größtenteils auf Englisch. So können die Studierenden ihre Kenntnisse in der vorherrschenden Wissenschaftssprache der Islamischen Archäologie ausbauen und anwenden. Kenntnisse in Nahost-Sprachen, wie sie für die Feldforschung und die Arbeit mit historischen Quellen unabdingbar sind, können vor dem oder auch im M.A.-Studium erworben und verfeinert werden. 
 
Zum internationalen Austausch tragen auch die regelmäßigen Besuche von Gastwissenschaftlern und die Beteiligung an der Webinar-Initiative „Program in Islamic Material Culture“ bei. Die Leiterin der Forschungsunit, Prof. Bethany J. Walker, ist zudem Herausgeberin des „Journal of Islamic Archaeology“.
 
Anbindung an die Praxis
 
Eine besondere Praxisnähe von Forschung und Lehre entsteht durch die archäologischen Ausgrabungskampagnen (derzeit in Jordanien und Israel) und durch die Studiensammlung mit Original-Artefakten aus dem Nahen Osten. Studierende und Forschende können vor allem mit Keramik-Artefakten arbeiten, es stehen aber auch Metall-, Stein-, Knochen- und Glas-Artefakte zur Verfügung. 
 
Die Schwerpunkte der Sammlung und der Bibliothek liegen in den frühislamischen (Umayyaden/ Abbasiden), mittelislamischen (Mamluken) und spätislamischen (Osmanen) Perioden, insbesondere auf dem Gebiet des heutigen Jordaniens. 
 
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