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Einheit in Vielfalt

Das Mosaik des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften der Universität Bonn

Indische Philosophie, arabische Naturwissenschaft und japanische Kunst haben Europa entscheidend mitgeformt. Alle großen Weltreligionen sind in Asien entstanden. In der Gegenwart leben zwei Drittel der Weltbevölkerung auf dem asiatischen Kontinent. Eine Reihe von asiatischen Staaten hat sich nach den schweren Verwundungen durch Kolonialismus und den Zweiten Weltkrieg aus bitterer Armut zu Wirtschafts- und Forschungsstandorten erster Klasse hochgearbeitet.

Nahezu alle Staaten Süd-, Südost-, Zentral- und Ostasiens befinden sich in einer Phase raschen sozialen Wandels und tief greifender Traditionsbrüche. Weitreichende demographische Veränderungen, rapide Industrialisierung und Urbanisierungsschübe, dramatische ökologische Veränderungen, Demokratisierung und "Globalisierung" stellen alte Kulturen vor historisch einzigartige Herausforderungen.

Der anhaltende Boom der so genannten neuen Medien zeigt die ungeheure Dynamik an, mit der sich der Übergang zur „Wissensgesellschaft” in vielen asiatischen Ländern im 21. Jahrhundert vollzieht. Japan steht wirtschaftlich weiterhin an zweiter Stelle der Weltrangliste. Die Volksrepublik China wird wirtschaftlich und politisch im weltweiten Konzert der Nationen immer wichtiger. Neben China weist auch Indien eine Bevölkerung von mehr als einer Milliarde Menschen mit einer in den letzten zwei Jahrzehnten rasanten wirtschaftlichen Entwicklung auf. Doch gerade in diesen beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt tun sich tiefe Risse zwischen Modernisierungsgewinnern und breiten Bevölkerungsschichten auf, die kaum eine Chance haben, der Knappheit ihrer Lebensressourcen zu entkommen.

Im Hinblick auf das magische Datum des 11. Septembers 2001 stellt sich immer mehr heraus, wie vordringlich der Dialog mit dem islamischen Nahen Osten ist. Die asienkundliche Forschung muss dabei stets im Auge behalten, dass sie ihren Platz in einem vielfältigen, historisch bedingten und daher keineswegs unbelasteten Geflecht von europäisch-asiatischen Beziehungen hat. Ihren Forschungsgegenstand erkundet sie nicht nur aus der Vogelperspektive, sondern in der Begegnung und im Dialog der Kulturen.

Die asienkundlichen Studien an der Universität Bonn blicken auf eine Geschichte zurück, die bis in die Zeit der Gründung der Universität 1818 zurückreicht. Als erster Orientwissenschaftler wurde im gleichen Jahr der Sanskrit-Kenner August Wilhelm von Schlegel (1767-1845) berufen, ein Jahr später folgte der Arabist Georg Wilhelm Freytag (1788-1861). Im Laufe der Zeit und bis in die 1970er Jahre wurde die Zahl der gelehrten Sprachen und Literaturen beständig ausgebaut, parallel dazu entwickelten sich die Vergleichende Religionswissenschaft (seit 1920) mit Schwerpunkten bei asiatischen Religionen und die Orientalische Kunstgeschichte (seit 1967). Das Institut für Orient- und Asienwissenschaften deckt mit seinen Kompetenzen und dem entsprechenden Lehrangebot eine außerordentliche Bandbreite des asiatischen Raums mit seinen vielfältigen Sprachen, Religionen und Kulturen ab, wie sie in Deutschland nur an ganz wenigen Orten eröffnet wird: Von Kleinasien bis Japan, vom südlichen Sibirien und der Mongolei bis Süd- und Südostasien. In den einzelnen regionalen Schwerpunkten sind darüber hinaus sowohl die gegenwärtigen als auch die klassischen asiatischen Kultursprachen und ihre Literaturen in Forschung und Lehre präsent. Die für das kulturelle Selbstverständnis in Asien so überaus wichtige Beziehung von Gegenwart und Vergangenheit ist in Forschung und Lehre des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften fest verankert.

Die 1998/99 durchgeführten Strukturreformen in der philosophischen Fakultät führten zur Gründung des Asienzentrums, das 2005 als Institut für Orient- und Asienwissenschaften an der Universität Bonn umbenannt wurde und sich zunächst als reiner Forschungsverbund verstand. Trotz der methodisch sehr unterschiedlichen Traditionen der einzelnen asienkundlichen Fächer wächst dieser Verbund seitdem in Forschung und Lehre immer weiter zu einem eng verzahnten Mosaik von Lehr- und Forschungsrichtungen zusammen, was sich nicht zuletzt in der gemeinschaftlichen Einführung der neuen BA/MA-Studiengänge zum Wintersemester 2004/05 manifestiert. Zunehmend wird das Institut für Orient- und Asienwissenschaften auch als einer der wissenschaftlich herausragenden Schwerpunkte der Universität Bonn insgesamt genannt und hat etwa 1350 (davon 441 Erstsemester) eingeschriebene Studierende. Es fügt sich nicht nur in die Universität ein, sondern auch in die Ausrichtung der Bundesstadt Bonn mit dem Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und zahlreicher weiterer mit Hinblick auf den Nord-Süd-Austausch hier angesiedelter Organisationen, darunter der Deutsche Entwicklungsdienst, die Deutsche Welle und die in Deutschland ansässigen UN-Institutionen.

Getreu der in manchen asiatischen Ländern gern verwendeten Maxime vom Ideal der „Einheit in Vielfalt” setzt sich das Institut für Orient- und Asienwissenschaften aus dem Bestand von ehemals zehn Seminaren bzw. den zugehörigen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen, nämlich: Islamwissenschaft, Indologie, Mongolistik und Tibetstudien, Sinologie, Japanologie und Koreanistik, Asiatische und Orientalische Kunstgeschichte, Religionswissenschaft sowie Südostasienwissenschaft.

In den letzten Jahren hat sich das Institut für Orient- und Asienwissenschaften zunehmend der interdisziplinären Zusammenarbeit auch über Fakultätsgrenzen hinaus geöffnet, u.a. durch Kooperationen mit der Soziologie, der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaftslehre. Insgesamt bestehen für erfolgreiche Absolventen gute Berufschancen, die sich auf die Kombination von Sprachkenntnis, Fachkompetenz und Fähigkeit zu interkultureller Kommunikation gründen.

Der Anteil von ausländischen Studierenden liegt weit über dem an und für sich hohen Prozentsatz der Universität. Der für Bonn kennzeichnende, im In- und Ausland anerkannte hohe Stand der Ausbildung ist nicht zuletzt dem fundierten Unterricht der wichtigsten asiatischen Sprachen zu verdanken. Es bestehen gegenwärtig 15 Professuren sowie etwa 40 Mittelbaustellen. In der Forschung werden vielfältige Projekte betrieben, zum Teil mit Fördermitteln von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Es bestehen zahlreiche Kooperationen mit Forschungsinstitutionen im westlichen und im asiatischen Ausland.

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