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Abteilung für Religionswissenschaft

Institut für Orient- und Asienwissenschaften der Universität Bonn

Die Abteilung für Religionswissenschaft ist eine von insgesamt 9 Abteilungen des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften.

Religionswissenschaft kann in Bonn im Rahmen des BA-Studiums Asienwissenschaften als Schwerpunkt gewählt werden. Im MA-Studium bietet die Abteilung einen eigenen Masterstudiengang an.

 


Nachruf auf Professor Dr. Karl Hoheisel (1937-2011)


Die Abteilung für Religionswissenschaft der Universität Bonn trauert um Professor Dr. Karl Hoheisel, der am 17. Februar 2011 verstorben ist. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit, die sein Wirken in den letzten Jahren immer wieder beeinträchtigt hat, ist sein Tod für alle in der Abteilung überraschend gekommen, so dass unser Mitgefühl umso mehr seiner Familie gilt. Die Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt.

Nach seinem abgeschlossenen Studium der Katholischen Theologie kam Karl Hoheisel in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre an das damalige Religionswissenschaftliche Seminar, wo er – als Kommilitone von heutigen Professoren, zu denen u.a. Harald Motzki (Nijmegen), Hubert Seiwert (Leipzig), Udo Tworuschka (Jena) und Frau Haruko Okano (Yokohama) gehören – das Studium der Vergleichenden Religionswissenschaft begann. Seine Dissertation „Das Urteil über die nichtchristlichen Religionen im Traktat ‚de errore profanarum religionum‘ des Iulius Firmicus Maternus“ (publiziert Bonn 1972) und seine Habilitationsschrift „Das antike Judentum in christlicher Sicht. Ein Beitrag zur neueren Forschungsgeschichte“ (publiziert Wiesbaden 1978) legten den Grundstock für seine wissenschaftlichen Arbeitsbereiche einerseits im Bereich der monotheistischen Religionswelt, andererseits aber auch in Fragestellungen hinsichtlich der Auseinandersetzung mit „devianter“ Religion. Dabei bleibt es ein Verdienst von Karl Hoheisel, dass er im deutschsprachigen Raum zu den ersten gehörte, die in den 1970er Jahren begannen, nicht aus apologetischer, sondern aus sachlich-religionswissenschaftlicher Perspektive das Augenmerk auf neue religiöse Bewegungen und Entwicklungen zu legen, die im damaligen zeitgeschichtlichen Kontext in der Regel lediglich von so genannten „Sektenexperten“ untersucht und als tendenziell abwegig oder gefährlich bewertet wurden. Aufgrund seiner Habilitation für Vergleichende Religionswissenschaft war Karl Hoheisel seit 1980 Außerplanmäßiger Professor am Religionswissenschaftlichen Seminar, „hauptamtlich“ wirkte er jedoch bis 1995 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und zeitweilig als Stellvertretender Direktor am „Franz Joseph Dölger-Institut zur Erforschung der Spätantike“ (Bonn). Die Verbindung mit diesem Institut ist nicht nur durch die Mitherausgeberschaft des renommierten „Reallexikons für Antike und Christentum“ (RAC) bis zu seinem Tod aufrecht geblieben, sondern auch einige – vom Umfang einer Monographie würdige – Artikel im RAC zeigen diese Verbindung.

Erst im Jahr 1995 gelang es, Karl Hoheisel auf eine neu geschaffene Professorenstelle für Vergleichende Religionswissenschaft am Religionswissenschaftlichen Seminar zu berufen. Damit wurde sein Verdienst für das Fach endlich in einen entsprechenden Rahmen eingebettet, in dem Karl Hoheisel die Betreuung von Studierenden nicht mehr nur mit überaus großem „ehrenamtlichem“ Engagement, sondern in angemessenen institutionellen Bahnen durchführen konnte. Hoheisels religionswissenschaftliches Themenspektrum ergänzte dabei in ausgezeichneter Weise die Lehr- und Forschungsschwerpunkte seines Kollegen Prof. Dr. Hans-Joachim Klimkeit (1939-1999), wobei viele Studierende den Lehrer Hoheisel überaus schätzten und ihre Magisterarbeiten bzw. Dissertationen unter seiner kundigen und stets hilfreichen Förderung anfertigten. Zwei Festschriften aus Anlass seines 65. und 70. Geburtstags spiegeln dabei nicht nur die wissenschaftlichen Interessen des Verstorbenen wider, sondern auch die Wertschätzung, die er von Kollegen in der Festschrift „Hairesis“ (hrsg. von Manfred Hutter, Wassilios Klein und Ulrich Vollmer, Münster 2002) sowie von (ehemaligen) Studierenden in der Festschrift „Nicht alle Wege führen nach Rom. Religionen, Rituale und Religionstheorie jenseits des Mainstreams“ (hrsg. von Oliver Krüger, Frankfurt am Main 2007) uneingeschränkt erfahren hat.

Trotz der altersbedingten Pensionierung im Jahr 2002 blieb Karl Hoheisel dem Religionswissenschaftlichen Seminar auch danach als Hochschullehrer verbunden, leider musste er jedoch seine beliebte Lehrtätigkeit im Wintersemester 2004/05 aus gesundheitlichen Gründen beenden. Dennoch stand er auch danach noch Studierenden einige Jahre als Prüfer zur Verfügung, unterstützte deren Anliegen um Empfehlungsschreiben und Referenzen für Stellenbewerbungen, auch wenn Sehstörungen und zunehmende Schmerzen manche Tage zur Mühsal werden ließen. Dadurch wurden zwar seine Besuche in den Räumen der Abteilung für Religionswissenschaft seltener, ohne dass sein Forschungsinteresse geschwunden wäre. Ein vor wenigen Tagen von der Fernleihe der Universitätsbibliothek besorgter Band zu den Beziehungen zwischen Judentum und Islam blieb unberührt auf seinem Schreibtisch liegen. Dadurch ist dieses nicht mehr gelesene Buch Ausdruck eines bis zuletzt andauernden wissenschaftlichen Interesses geworden, das Karl Hoheisel fast ein halbes Jahrhundert charakterisiert hat; und es ist zugleich ein Symbol, dass alles menschliche Wirken Stückwerk bleibt. Wir sind Karl Hoheisel dankbar, dass er große Stücke seines Interesses mit uns geteilt hat.

R.I.P.

Sprechstunden

Prof. Dr. Dr. Hutter

im Februar und März 2012:
Mi 1.2., 10-12
Fr (!) 24.2., 9-11 (!)
Mi 29.2., 10-12
Mo 5.3., 12-13
Mo 12.3., 12-13
Mi 21.3., 10-12
Mi 28.3., 10-12

während der Vorlesungszeit:
Mo 12-13 Uhr, Mi 10-12 Uhr